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Famulaturbericht Indien, Madurai November 2017

Famulaturbericht Indien, Madurai November 2017

von Dr. Christoph Hoder-Przyrembel

Im Oktober führte mich mein Arbeitsweg erneut nach Südindien. Mit Hilfe unseres 2013 gegründeten gemeinnützigen Vereins GERMAN DENTAL CAREHOOD INTERNATIONAL e.V. (GDCI) unterstütze ich dort regelmäßig vor allem sehr arme Kinder bei der Aufrechterhaltung ihrer (dentalen) Gesundheit. Viele unsere Mitglieder sind seit 1983 ehrenamtlich in Indien aktiv. Zurzeit arbeiten wir in sechs südindischen Projekten sowie in Nordwest-Kamerun.

Kostenlose zahnärztliche Betreuung bedürftiger Menschen (vor allem Kinder), Einrichtung mobiler und stationärer Behandlungszentren und zahntechnischer Laboratorien, Schulung und Kooperation mit einheimischem Fachpersonal und die Durchführung klinischer Hilfseinsätze sind einige Aufgaben unserer Organisation. Zahnärztliche Einsätze vor Ort sind eine sinnvolle, sehr erfüllende und effektive Art, eigene Fertigkeiten und Kenntnisse Bedürftigen zukommen zu lassen. Persönlich habe ich mehrfach diese tolle Erfahrung machen dürfen.

Seit einiger Zeit konzentriere ich mich im Auftrag unserer Hilfsorganisation ehrenamtlich auf die Vermittlung von Wissen vor Ort als Hilfe zur Selbsthilfe. Diese Idee kam durch meine langjährige Erfahrung als Oberarzt am Universitätsklinikum Jena und der dortigen Ausbildung von Studierenden.

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Vorlesung zum Thema Parodontitis

Mein diesjähriger Besuch war somit hauptsächlich von Lehrtätigkeit geprägt - ein Konzept, welches wir auch in Zukunft weiterverfolgen und ausbauen werden. Hierfür arbeiten wir seit einiger Zeit mit dem PENIEL RURAL COLLEGE OF EDUCATION im Vemparali bei Madurai/Tamil Nadu zusammen.

Ca. 90% der Bevölkerung sind Landarbeiter, die am Existenzminimum leben. Fortschritt, wie vielerorts in Indien zu sehen, ist dort noch nicht angekommen. Anders als noch vor ein paar Jahrzehnten, in denen die Ausbildung von weiblichen Nachkommen vernachlässigt wurde, sorgen sich zahlreiche Familien heute um ihre Töchter. Sie möchten den Mädchen eine Berufsausbildung zukommen lassen, was die einzige Chance darstellt, später ein eigenverantwortliches und unabhängiges Leben zu führen.

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Die aufmerksame Seminargruppe

Ursprünglich wurde das Projekt vor ca. 30 Jahren initiiert, indem neugeborene Mädchen in den Dörfern aufgenommen wurden, um zu verhindern, dass sie nach der Geburt von der Familie getötet bzw. verstoßen werden. Über die Jahre entstand daraus ein Waisenhaus, dann eine Grundschule. Später kamen weiterführende Schulzweige hinzu, u.a. Ausbildungsstätten für Automechaniker und Elektriker, und seit kurzem auch eine staatlich anerkannte „Collegeausbildung“ für Zahnarzthelferinnen, Krankenschwestern und aktuell auch Zahntechnikerinnen.

GDCI hat sich nun durch Einrichtung der Ausbildungsräume, Beratertätigkeit, Aussenden von Unterrichtenden etc.in die Ausbildung der Helferinnen und Technikerinnen eingebracht.

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Die Zahntechnikerinnen-Ausbildung

Zwei Wochen lang durfte ich nun, erstmalig in dieser Art, die Schülerinnen in Form von Vorlesungen, Seminaren, Übungen und Demonstrationen vor allem mit Schwerpunkt auf Prävention unterrichten. Ziel war eine sorgfältige Vertiefung ihres eigenen Wissens im Rahmen ihrer Ausbildung, vor allem aber auch die Befähigung dessen Weitergabe an Kinder - beispielsweise in umliegenden Schulen.

Inhalte waren u.a.:
-    Grundlagen Anatomie, Karies, Hygiene
-    Ätologie von Karies und Parodontitis
-    Zucker und dentale Gesundheit
-    Parodontitis – Ätiologie und Pathogenese
-    Individualprophylaxe
-    Methoden oraler Hygiene
-    Motivation
-    Ernährung und orale Gesundheit
-    Risikofaktor Diabetes

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Übung zum Anfärben dentaler Plaque

Erneut war ich sehr angetan von der außerordentlich hohen Disziplin und Aufmerksamkeit der Auszubildenden. Sehr zügig waren die Schülerinnen in der Lage das Wissen abzurufen und anzuwenden. Während Begleitung der Besuche von Schulen konnte ich mich zudem davon überzeugen, wie präventive Gesichtspunkte an die Kinder und Lehrer weitergegeben wurden.

Vieles ist hier nicht selbstverständlich, von der Verwendung geeigneter Zahnpflegeprodukte, über die Reduktion zuckerhaltiger Lebensmittel bis hin zum Bewusstsein, dass orale Gesundheit überhaupt etwas wichtiges und erstrebenswertes ist. Somit ist davon auszugehen, dass langfristig auch diese Form von zahnärztlichen Einsatz eine effektive Methode zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität darstellt.

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Präventive Arbeit in Schulen abgelegener Dörfer

Mit speziell geschultem Personal vor Ort, aber auch durch Aussendung Unterrichtender durch unseren Verein werden wir dieses Projekt in den nächsten Jahren ausbauen und erweitern und würden uns auch dann über Ihre großzügige Unterstützung freuen.

Mit dankbaren Grüßen

Dr. Christoph Hoder-Przyrembel

 

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