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14. August 2018, Dr. Rüdiger Lemke

Geben und Nehmen: Gesunder Grat zwischen Universität und Industrie

Geben und Nehmen: Gesunder Grat zwischen Universität und Industrie

INTERVIEW Eine Universität kann nichts produzieren, die Industrie wiederum muss sich wissenschaftlich absichern. Für konkrete Forschungsaufgaben treten beide Seiten regelmäßig in Kontakt, allerdings ohne zu dicht miteinander verwoben zu sein. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf macht seit vielen Jahren wissenschaftliche Untersuchungen auch  mit Produkten der Firma Komet. Über die jüngsten Endo-Entwicklungen aus Lemgo berichtet OA Dr. Rüdiger Lemke von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde in Hamburg im folgenden Interview.


Auf der Internetseite Ihrer Abteilung wird die Endodontie als „letzte Bastion der Zahnheilkunde“ beschrieben. Mit welcher Gewichtung sollten sich Zahnärzte also an eine Wurzelkanalbehandlung begeben?

Der endodontische Eingriff ist tatsäch­lich eine der letzten Behandlungsoptio­nen zur Zahnerhaltung. Eine erfolgrei­che endodontische Therapie ist die Grundlage für eine gute Langzeitpro­gnose des erkrankten Zahnes. Beim Prozedere hat das „Wie“ und das „Womit“ eine hohe Gewichtung: Tech­nische und instrumentelle Innovatio­nen haben dabei Einfluss auf den Behandlungserfolg und damit auf die Prognose der Behandlung.

Inwieweit können Sie die Entwicklung von Produktsortimenten mitverfolgen?

Wissenschaftlich ergeben sich immer wieder konkrete Fragestellungen, bevor die potenziellen Produkte überhaupt auf den Markt kommen. Mit der For­schungsarbeit wird die Tauglichkeit der Produkte für den späteren Behand­lungsalltag verifiziert. In diesem Zu­sammenhang ist unsere Poliklinik seit vielen Jahren auch bei den innovativen Entwicklungen von Komet involviert. Dies gilt demzufolge auch für das verstärkte Engagement der Firma im Bereich Endodontie und das kontinu­ierliche Wachstum an Komet Endo­ Instrumenten.

Werden Sie mit Ihren Ergebnissen, Meinungen und Ideen am Firmenstandort Lemgo gehört?

Zunächst einmal stehen die Ergeb­nisse der wissenschaftlichen Unter­suchungen im Vordergrund. Diese Er­gebnisse sind die Grundlage von wis­senschaftlichen Diskussionen und der Weiterentwicklung der innovativen Gedankengänge und Produktentwick­lungen. Umgekehrt gibt es aus der Wissen­schaft und auch aus dem Experten­bereich der niedergelassenen Kolle­genschaft immer wieder Anregungen und Überlegungen zu Produktweiter­entwicklungen oder innovativen Neue­rungen. Für derartige Gedankengänge ist die Firma Komet immer aufge­schlossen und bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Prozesse entwick­lungsmäßig zu unterstützen und voran­zubringen.

Insofern können Universität, Zahnärzte­schaft und Industrie losgelöst vonei­nander arbeiten und bei konkreten Fragestellungen  produktiv  kooperieren. Wenn Komet mit der Kampagne „Ich bin Endo“ wirbt, finden Sie dann, dass es aus Lemgo inzwischen für jede klinische Situation eine Lösung gibt? Die moderne Endodontie zeichnet sich durch ein umfangreiches Equipment und zunehmend differenzierteres In­strumentarium aus. Insofern ist es kaum noch möglich, „Komplettanbie­ter“ zu sein, denn inmitten eines steten Entwicklungsprozesses und angesichts der individuellen Wünsche von Endo­ Spezialisten sind die Produktoptionen nach oben immer offen. Dennoch kann man sagen, dass die Firma ein sehr breites Spektrum qualitativer Produkte für eine erfolgreiche endodontische Be­handlung anbietet.

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Der Leiter Produktmanagement Endodontie, Marcus Haynert, sagte: „Eine solche Kampagne funktioniert nur, wenn auch die Produkte stimmen.“ Welchen Anteil am Behandlungserfolg haben Endo-Instrumente grundsätzlich?

Als Behandler bin ich von tauglichen Instrumenten und Maschinerie abhän­gig, sonst ist kein vernünftiges Arbei­ten möglich – egal ob Handinstrument oder maschinelles Feilensystem. An dieser Stelle sind meiner Meinung nach zwei Aspekte wichtig: Moderne Endo­dontie (die die maschinelle Aufberei­tung, Endometrie etc. umfasst) erfor­dert heute auf jeden Fall ein umfang­reiches Produktsortiment. Und zwei­tens heißt Behandlungserfolg auch, qualitativ hochwertige Instrumente in der Hand zu halten. Um beim Beispiel Komet zu bleiben: Die Firma hat seit jeher den Ruf, qualitativ hochwertige rotierende Schleifkörper herzustellen und hat es geschafft, diesen An­spruch auch auf die Endodontie zu übertragen. Ungeachtet dessen zeich­net sich für den Behandlungserfolg am Schluss aber natürlich die Zahnärztin/ der Zahnarzt mit ihrem/seinem Wissen und ihren/seinen praktischen Fähigkei­ten verantwortlich.

Können zahnärztliche Instrumente in der von manchem Behandler nicht sehr geliebten Endo tatsächlich Sicherheit vermitteln?

Sowohl das Handling als auch viele Vereinfachungen der Einstellungen und Kontrollmechanismen der Maschinerie helfen – bei adäquater Handhabung – Behandlungskomplikationen zu vermei­den. Dies alles trägt zu mehr Behandlungssicherheit bei.

Sollte ein Hersteller deshalb in seinem Sortiment zwischen Produkten für Endo-Einsteiger und Endo-Spezialisten unterscheiden?

Diese Unterscheidung ergibt sich häu­fig zwangsläufig durch unterschied­liche Behandlungsabläufe oder auch die Indikationsbreite der Behandlun­gen. Revisionen sowie die Folgebe­handlung von Komplikationen finden überwiegend bei den Spezialisten statt. Hierfür ist natürlich ein höherer instru­menteller Aufwand erforderlich und auch die Behandlung mit dem OP­ Mikroskop hat einen Einfluss auf das verwendete Instrumentarium. Demzu­folge ist unter Endo­Spezialisten die „Instrumenten­Wunschliste“ größer und häufig nicht auf ein System beschränkt. Es werden gerne verschiedene Sys­teme in Kombination und mit eigenen Sequenzen eingesetzt. Hier wahrt der Einsteiger lieber die Übersicht und „kocht nach Rezept“. Diese unter­schiedlichen Bedürfnisse sollten vom Hersteller in der Produktpalette be­rücksichtigt werden.

Gegen Unsicherheit kann vor allem Fortbildung helfen. Aber auch Lehrangebote vom Hersteller?

Ich denke, dass beide Lernplattfor­men zum heutigen Spektrum der Fortbildungsmöglichkeiten gehören. Kongresse, Fortbildungen, Tagungen präsentieren wissenschaftliche Ergeb­nisse und geben einen Überblick be­ziehungsweise zeigen Entwicklungen und Tendenzen im Bereich Endo­dontie auf. Für die praktische Weiterbildung zum Beispiel im Umgang mit Antriebssys­temen, Aufbereitungstechniken, Spülprotokollen und maschinellen Feilen­systemen sind zielgerichtete Kurse, wie zum Beispiel die EndoFIT­Reihe von Komet, hilfreich. Die Gesamtheit der Veranstaltungen ist das Funda­ment der Fortbildungsangebote für die Zahnärzteschaft.

Welche Instrumente kommen im praktischen Endokurs am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf zum Einsatz?

Universitär versuchen wir stets wissen­schaftlich untersuchte, qualitativ hoch­wertige Produkte zu verwenden. Zur Wahrung der Vielfältigkeit der Ausbil­dung sowie der Neutralität werden Produkte verschiedener Hersteller verwendet, unter anderem auch die der Firma Komet.

Information

Dr. Rüdiger Lemke
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Universitätsklinikum Hamburg Martinistraße 52, 20246 Hamburg





Zweiveröffentlichung aus ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis – 7+8/2017





 


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