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20. April 2018, Antje Meíer

Okklusionsonlay versus Krone und Teilkrone Teil 2/7

Okklusionsonlay versus Krone und Teilkrone Teil 2/7

Dünner als 1 mm sollten die Okklusionsonlays aus Lithiumdisilikat demnach nicht sein?

Edelhoff: Zurzeit rate ich davon noch ab. Obwohl mehrere In-vitro-Untersuchungen abhängig von der unterstützenden Struktur (Zahnschmelz oder Dentin) geringere Schichtstärken für möglich halten, fehlt es uns zurzeit noch an klinischen Langzeitstudien. Da für manche weniger feste Glaskeramiken eine okklusale Mindestschichtstärke von 1,5 mm gefordert wird, klingt selbst 1 mm Schichtstärke für manche Anwender „sehr dünn“.

Wie steht es mit der Haltbarkeit im Okklusionsbereich?

Ahlers: Hinsichtlich der Haltbarkeit spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, darunter die Materialeigenschaften der gewählten Keramik aus Lithiumdisilikat, ihre Herstellungsweise durch Pressen und Fräsen, die effektive Schichtdicke sowie patientenspezifische Faktoren. Hinsichtlich der Schichtstärke hatte ich ja gerade ausgeführt, dass diese nach Herstellerangaben nicht so dünn sein sollte. Bei Kaulast tragenden Restaurationen von 1 mm Stärke sind daher keine Einschränkungen in der Haltbarkeit zu erwarten.

Was schränkt dann die Haltbarkeit ein?

Ahlers: Vor allem die individuelle Belastung. Aus der Literatur sowie der von mir mitentwickelten Leitlinie
Vollkeramische Restaurationen (S3) ist bekannt, dass die Verlustrate keramischer Restaurationen bei Bruxismus in etwa verdoppelt ist. Der Patient sollte vor der Behandlung darüber aufgeklärt werden. Im weiteren Verlauf hängt die Haltbarkeit dann allerdings davon ab, ob der Patient noch bruxismusaktiv ist oder nicht.

Einen weiteren Faktor bildet das jeweilige Funktionsmuster des Patienten. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob eine Restauration allein in statischer Okklusion belastet wird oder ob auch dynamische Okklusionskontakte auf ein Okklusionsonlay einwirken. Leider gehen solche Aspekte bei materialfixierter Betrachtung völlig unter. In unserer spezialisierten Schwerpunktpraxis in Hamburg-Eppendorf läuft eine Langzeitstudie über die Haltbarkeit entsprechender Restaurationen bei Patienten mit craniomandibulären Dysfunktionen nach erfolgreicher funktioneller Rehabilitation. Dabei zeigten rein okklusale Restaurationen sehr gute Haltbarkeiten vergleichbar denen bei „normalen“ Patienten mit klassischen Keramikrestaurationen.

Voraussetzungen dafür sind allerdings sehr ausgefeilte Behandlungskonzepte mit konsequenter Einstellung einer Front-Eckzahn-geschützten Okklusion und anschließendem Schutz der Restaurationen in der Nacht mittels entsprechender Okklusionsschienen unter Einstellung einer physiologischen Kieferposition und fortgesetztem Monitoring der Patienten. 
 

PD Dr. M. Oliver Ahlers
studierte Zahnmedizin in Hamburg und hat sich bereits 1992 auf die Funktionsdiagnostik spezialisiert, 2005 Gründung u. zahnärztliche Leitung des CMD-Centrums Hamburg-Eppendorf.
oliver.ahlers@cmd-centrum.de
 
Prof. Dr. Daniel Edelhoff
studierte Zahnheilkunde in Aachen und ist seit 2014 Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum München, seit 2016 Präsident der AG Dentale Technologie (ADT).
daniel.edelhoff@med.uni-muenchen.de

 

Übersicht "Okklusionsonlay versus Kronen und Teilkronen"

Hier finden Sie eine Übersicht der siebenteiligen Serie "Okklusionsonlay versus Kronen und Teilkronen":

 

Zweitveröffentlichung aus Dental Magazin 7-17

 

Antje Meier
konservierende Zahnheilkunde | Komet Dental



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