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02. Dezember 2019, Sigrid Dahari

Lerntechniken für Ihr Studium: Drei Methoden, die wirklich helfen

Lerntechniken für Ihr Studium: Drei Methoden, die wirklich helfen

Effizientes Lernen während der Studienzeit ist die Grundvoraussetzung für den akademischen Erfolg. Wie aber lernt man als Student oder Studentin effizient? Lerntechniken für das Studium gibt es wie Sand am Meer, was die richtige Auswahl nicht gerade erleichtert. Die ausgewählte Studientechnik soll Ihnen ja nicht nur helfen, den Lernstoff zu verstehen, sondern auch zu behalten und abzurufen. Wir haben aus den vielen Lerntechniken für das Studium jene herausgefiltert, die Ihnen wirklich weiterhelfen:

1. Selbsttest (Praxistest)
2. Mindmapping
3. SQ3R

Endlich Studium – eine neue Herausforderung

Endlich ist er da, der große Tag: Sie halten Ihren Studentenausweis in den Händen, sind hochmotiviert und versäumen keine Vorlesung. Fasziniert lauschen Sie den Worten des Professors und freuen sich auf Ihre Universitätsausbildung. Wenn sich dann die anfängliche Begeisterung nicht in guten Prüfungsnoten niederschlägt, ist die Enttäuschung erst einmal groß. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. In den meisten Fällen liegt das unbefriedigende Resultat nicht an Ihren Fähigkeiten, sondern den falschen Lernmethoden. Zeit also, die genannten drei Lerntechniken einmal unter die Lupe zu nehmen:

Selbsttests (Praxistests): Erlerntes behalten und schnell abrufen

Selbsttests, eine Art Praxistest, müssen nicht in einer Testumgebung stattfinden. Sie können sich an jedem beliebigen Ort selbst testen.

Wie funktioniert der Selbsttest?

Während des Studiums kommt eine ganze Menge Lernstoff zusammen. Seien Sie Ihr eigener Prüfer und stellen sich die Fragen zu den Lerninhalten selbst. Das funktioniert ganz gut mit Karteikarten. Auf die Vorderseite schreiben Sie die Frage, auf der Rückseite die Antwort. Die Karteikartenmethode ermöglicht den sofortigen Abgleich von Frage und Antwort. Falls Sie eine echte Prüfungssituation nachstellen wollen, können Sie Ihr Wissen auch mit einem freiwilligen Zuhörer teilen. Mit Ihrem mündlichen Vortrag vor einer anderen Person schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:

1. Sie wiederholen den Stoff und stellen fest, welche Themen Sie noch einmal nachbearbeiten sollten.
2. Sie lernen, frei zu sprechen und Selbstbewusstsein beim Vortrag zu entwickeln.

Indem Sie sich den Lernstoff immer wieder frei in Erinnerung rufen, ändern Sie die Art und Weise, wie er in Ihrem Gedächtnis abgespeichert wird. Dadurch können Sie später viel leichter darauf zurückgreifen.

Welche Vorteile hat die Lerntechnik „Selbsttest“ für das Studium?

• Der Selbsttest greift auf das Langzeitgedächtnis zurück, welches dadurch gefördert wird. Erlerntes wird somit nicht sofort nach der Prüfung wieder vergessen.
• Die Lerntechnik „Praxistest“ fördert die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen, wodurch Sie befähigt werden, schnell und effizient komplexe Informationsabrufprozesse anzustoßen.
• Selbsttests eignen sich für alle Arten von Aufgabenstellungen, weshalb Sie sie an jedem Ort durchführen können.

Unser Tipp für die Lerntechnik Selbsttest/Praxistest:
Lassen Sie ausreichend Zeit zwischen einzelnen Selbsttests/ Praxistests verstreichen. Unmittelbare Wiederholungen steigern erwiesenermaßen nicht den Lernerfolg – eher im Gegenteil.

Mindmapping: bewährte und unverzichtbare Lerntechnik für Ihr Studium

Mindmapping als Lerntechnik existiert schon lange, was für ihre Effizienz spricht. Sie eignet sich besonders gut für Studierende, die sich Anschauliches besser merken können. Der „visuelle Wahrnehmungstyp“ speichert Erlerntes mithilfe von Bildern, die er in einer bestimmten Reihenfolge aus seinem Gedächtnis abruft.

Was ist eine Mindmap?

Eine Mindmap (auch MindMap, Mind-Map, engl. mind map) ist formal ein Baumdiagramm, mit dem Sie Informationen und Aufgaben grafisch strukturieren können. Diese bewährte Lerntechnik eignet sich gleichermaßen für komplexe Aufgabenstellungen und Brainstormings. Heute lassen sich Mindmaps mithilfe von Computerprogrammen und Apps perfekt aufbereiten, wodurch das Weiterleiten an Professoren und Kommilitonen zum Kinderspiel wird. 

Wie funktioniert Mindmapping?

Die Mitte des Diagramms bildet ein zentraler Begriff, von dem aus sich verwandte Themen immer weiter verzweigen. Das fertige Mindmap erinnert an einen Stammbaum, und tatsächlich geht es beim wissenschaftlichen Arbeiten auch immer um vernetztes Denken. Durch die Visualisierung von Aufgaben und Ideen verstehen Sie leichter, wie die verschiedenen Aspekte eines Themas theoretisch und praktisch miteinander verbunden sind. Zeichnungen, Fotos und Diagramme finden auf einem Mindmap genauso Platz wie Notizen.


Wie werden Mindmaps eingesetzt?

Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Beispiele, wie Sie die Lerntechnik „Mindmapping“ während Ihres Studiums einsetzen können:

• Mindmaps als grafisch orientierte Methode, sich während einer Vorlesung Notizen zu machen
• Planung einer Präsentation oder mündlichen Prüfung
• Lösung konkreter Fragestellungen

Fast jeder Student, der Mindmapping einmal eingesetzt hat, nutzt es auch nach dem Studium weiter. Dies liegt an der unkomplizierten Handhabung dieser Lerntechnik, die sich sehr gut mit anderen Lernmethoden kombinieren lässt.

Die SQ3R-Methode – Lesen will gelernt sein (und Behalten auch)

SQR3 ist eine Lesetechnik, die sich besonders gut für das Studium eignet. Sie hilft dabei, Textinhalte zu priorisieren und angelesenes Wissen strukturiert auf der „inneren Festplatte“ abzuspeichern.

Was ist SQ3R?

SQR3 wurde erstmals im Jahr 1946 von dem US-amerikanischen Bildungspsychologen Francis Robinson vorgestellt. Sie macht sich die Neigung vieler Menschen zunutze, beim Lesen wichtige Absätze zu markieren.

Wie funktioniert SQ3R?

SQ3R steht für fünf aufeinanderfolgende Schritte (Phasen), die beim Lesen eines wissenschaftlichen Werkes eingehalten werden sollten.

• Überblick gewinnen (Survey)
• Fragen (Question)
• Lesen (Read)
• Wiedergeben (Recite)
• Rückblick (Review)

Schritt 1: Überblick gewinnen (Survey)

Mit Überblick gewinnen ist keinesfalls das komplette und ausführliche Lesen eines Werkes gemeint. Nehmen Sie sich einfach eine halbe Stunde Zeit für einen ersten Eindruck aus der Vogelperspektive. Bei dem kurzen „Scan“ geht es sowohl um Inhalte als auch um den Gesamtaufbau. Achten Sie auf Layout, Kapitel, Abschnitte, Texthervorhebungen (zum Beispiel Fett-/Kursivdruck), Fotos und Grafiken. Auf diese Weise erhalten Sie binnen kürzester Zeit einen Überblick über Inhalte und Struktur des Lesematerials. Dieser Überblick bildet die Basis für das spätere aktive Lesen und Verstehen des Textes.

Schritt 2: Fragen (Question)

Im zweiten Schritt fragen Sie,

1. welches Ziel Sie mit dem Lesen des Textes verfolgen (welches Wissen Sie erwerben möchten),
2. welche Fragen das Werk beantworten soll und
3. welche Antworten Sie benötigen, damit das Gelesene zu Ihrem Lernerfolg beiträgt.

Stellen Sie Ihre Fragen zu den einzelnen Kapiteln sehr präzise und schreiben Sie sie auf. Sie können auch interessante Kapitelüberschriften als Fragen formulieren. Dieser Schritt ist sehr wichtig, weil er Ihnen bei den Folgeschritten hilft, sich auf die wichtigsten Inhalte zu konzentrieren.

Schritt 3: Lesen (Read)

Beginnen Sie nun, ein oder mehrere Kapitel zu lesen, während Sie dabei die Struktur des Gesamttextes
(Schritt 1 / S) und Ihre selbst formulierten Fragen (Schritt 2 / Q) im Hinterkopf behalten. Achten Sie dabei besonders auf kursiv oder fett gedruckte Sätze, Diagramme und Grafiken sowie die Erläuterungen dazu. Markieren Sie wichtige Passagen und lesen Sie „aktiv“, was bedeutet:

• Schreiben Sie sich bei Bedarf zusätzliche Fragen auf, und machen Sie sich Notizen.
• Vergegenwärtigen Sie sich die Schlüsselbegriffe des Themas. Diese sind mit den Haltestellen eines Streckennetzplans vergleichbar, da sie das Gelesene im Gehirn vernetzen. Diese Vorgehensweise befähigt Sie, Wissen bei Bedarf im Zusammenhang abzurufen.
• Versuchen Sie beim Lesen des Textes, unwichtige Informationen herauszufiltern.
• Lesen Sie kompliziertere Passagen bei Bedarf mehrmals.

Schritt 4: Wiedergeben (Recite)

Wiederholen Sie mit Ihren eigenen Worten, was Sie in den Kapiteln gelesen haben. Dies können Sie in Form einer schriftlichen Zusammenfassung oder eines mündlichen Vortrages tun. Achten Sie darauf, dass Sie bei der Wiedergabe alle Fragen beantworten, die Sie sich in Schritt 2 gestellt haben. Eine Alternative zur schriftlichen Zusammenfassung in Stichwort- oder Fließtextform ist der Einsatz des oben beschriebenen Mindmappings.

Der Komet Dental-Tipp: Halten Sie mündliche Vorträge vor einem imaginären oder echten Zuhörer, um gleichzeitig Prüfungssituationen zu simulieren und üben.

Schritt 5: Rückblick (Review)

Beim 5. Schritt geht es darum, das Wiedergegebene (Schritt 4) mit den Inhalten der gelesenen Kapitel und Ihren Anmerkungen dazu abzugleichen. Lesen Sie hierzu alle wichtigen Kapitel und Textpassagen nochmals durch. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um Ihre schriftlich fixierten Fragen und Notizen bei Bedarf zu verbessern. Dieser Schritt ist am effektivsten, wenn Sie ihn einen Tag nach den ersten vier Schritten vornehmen. Den Rückblick können Sie solange wiederholen, bis Sie das Gefühl haben, Ihr Lese- und Lernziel erreicht zu haben. Falls Sie in Schritt vier ein Mindmap erarbeitet haben, können Sie es nun anpassen oder vervollständigen.

Vielen erscheint die SQ3R - Lerntechnik zunächst ungewohnt und kompliziert. Wenn Sie jedoch während Ihres Studiums ein Ritual daraus machen, werden Sie wissenschaftliche Bücher nie wieder anders lesen wollen.

Was sagen Sie zu den von uns vorgestellten Lerntechniken? Können Sie sich vorstellen, damit zu arbeiten? Oder nutzen Sie völlig andere Methoden und möchten diese mit uns teilen? So oder so: Wir freuen uns sehr auf Ihr Feedback.

 

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