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20. Dezember 2019, Dorothee Holsten

Qualitätsmanagement - Praxishygiene

Qualitätsmanagement - Praxishygiene

„Ich treffe auf große Unsicherheit bei
der Einstufung in die Risikoklassen“

In Hygienefragen schwingt oft die Frage mit: Machen wir wirklich alles richtig? Ralf Danger ist Anwendungs- und Systemspezialist bei Komet. Er schult bundesweit Universitäten und Praxen unter anderem zum Thema Hygiene/ Instrumentenaufbereitung. Immer hinterlässt er nach seinen Besuchen ein gutes Gefühl der Sicherheit, selbst für den Fall einer Praxisbegehung. Deshalb haben wir ihn nach den neuralgischen Punkten der Hygieneprozesse gefragt.

Ralf Danger - Anwendungs- und Systemspezialist bei Komet

Ralf Danger - Anwendungs- und Systemspezialist bei Komet

Herr Danger, worauf wenden Sie ihre Aufmerksamkeit, wenn Sie eine Praxis betreten?

Ich frage zuerst nach dem Hygieneablauf. Der beginnt beim Einsatz der Instrumente am Patienten und endet in der Aufbereitung und Lagerung. Da stoße ich meist schon auf die ersten „Dos und Don’ts“. Am besten ist es, wenn ich eine Hygienebeauftrage befragen kann, die den Überblick hat. Das ist bei zertifizierten Praxen immer der Fall. Viele stecken aber noch in einem Qualitätsmanagementumbruch.

Worauf ist beim Zonenkonzept des Aufbereitungsraums zu achten?

Da müssen die Bereiche steril und unsteril strikt voneinander getrennt sein. Entweder durch das Arbeiten auf verschiedenen Seiten oder durch eine Scheibe. Bei einer Praxisbegehung wird manchmal sogar eine entsprechende Beschriftung gewünscht.

Wie erleben Sie die Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten in den Praxen?

Da treffe ich auf große Unsicherheit. In welche Risikoklasse stufe ich nun ein Instrument zwischen semikritisch A bis kritisch B exakt ein? Und welche Aufbereitungswege hat diese Zuordnung dann zur Folge? Hier gibt es laut RKI-Empfehlung und KRINKO klare Vorgaben. Für Medizinprodukte semikritisch A und B gibt es alternativ zur maschinellen Aufbereitung auch die standardisierte manuelle Aufbereitung. Da empfehle ich immer den maschinellen Weg, weil er sich einfach besser dokumentieren lässt. Alle diese Vorgaben sind komplex. Da kann das Hygiene-Komplettpaket von Komet inklusive Aufbereitungsposter und Instrumentenmanagement-Broschüre große Hilfe leisten. Unsere Dokumentation für validierte Verfahren wird sogar von Zertifizierern akzeptiert. Auf unserem Digidental-Blog gibt es dazu auch praktische Hygienevideos, die schnell informieren.

Was ist denn bei kritischen Instrumenten besonders zu beachten?

Als kritisch sind alle Endo- und chirurgischen Instrumente, Schall- und Ultraschallinstrumente einzustufen, also innengekühlte Instrumente mit Hohlraum. Durch den Rücksaugeffekt kann zum Beispiel Blut in die Innenkühlung gelangen. Dies muss dann mit einer kleinen Spritze mit Desinfektionsmittel und anschließend mit Wasser ausgespült werden. Einfacher sind da unsere jeweiligen Spüladapter. Sie sind Bestandteil eines validierten Verfahrens und damit ist die Dokumentation gesichert. Anschließend können die Instrumente und Spitzen in unseren speziell konzipierten Steriboxen sterilisiert werden.

Vorreinigung der rotierenden Instrumente in einem geeigneten Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Vorreinigung der rotierenden Instrumente in einem geeigneten Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Rotierende Instrumente dürfen nach der Behandlung nicht trocken gelagert werden. Warum?

Weil dadurch Keime verteilt werden könnten, an denen sich das Personal infiziert. Zur Vermeidung einer Proteinfixierung sollte ein Instrument gleich nach der Behandlung im Fräsator eingelegt werden. Hier bitte keine gebrauchsfertige Lösung, sondern ein Konzentrat verwenden, dass erst angemischt wird. Der Grund: Gebrauchsfertige Lösungen enthalten meist Alkohol, was dazu führt, das zum Beispiel Hartmetalle und Polierer insbesondere beim Überschreiten der Einlegezeit angegriffen werden. Deshalb empfehle ich immer unsere materialverträgliche Komplettlösung DC1 Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

Kommen wir nun zur Lagerung von Medizinprodukten!

Bevor ein Instrument trocken, staubgeschützt und von Chemikalien getrennt gelagert wird, muss eine entsprechende Kennzeichnung erfolgen, das wievielte Mal es denn nun aufbereitet worden ist. Instrumente mit begrenzter Aufbereitungshäufigkeit sind vom Hersteller festgelegt. Ansonsten bitte aussortieren! Achtung: Sterile und unsterile Instrumente müssen getrennt werden und Sterilität eines folienverpackten Instruments ist nur maximal sechs Wochen gewährleistet.

Was sind weitere, typische Aussortierkriterien?

Ein optimaler Rundlauf zeichnet sich durch vibrationsarmes Bohren, präzise Schnitte und Schonung des Antriebs aus. Nur scharfe Schneiden liefern feine Oberflächen. Vielleicht bemerkt es der Zahnarzt selbst beim Einsatz mit einem „Das muss weg!“, vielleicht fallen die Defizite aber erst bei der Sichtprüfung unter der Uhrmacherlupe auf. Aussortiert werden dann Instrumente mit ausgebrochenen oder stumpfen Schneiden sowie verbogene oder korrodierte Instrumente. Glänzende Stellen bedeuten, dass hier etwas mit der Belegung des Arbeitsteils nicht mehr stimmt.
 

Sterilisation der Schallspitzen im praktischen Instrumentenständer

Sterilisation der Schallspitzen im praktischen Instrumentenständer

Was können Instrumentenständer in Hygienefragen leisten?

Alle Instrumentenständer von Komet bestehen aus rostfreiem Edelstahl oder thermostabilen Kunststoffen. Bei der Fertigung wird gänzlich auf Aluminium verzichtet. Es gibt keine Vertrübungen oder Kontaktkorrosionen, die glänzende Ästhetik bleibt erhalten. Und: Es gibt keine Einschränkungen bei der Aufbreitung. Die Reinigung und Desinfektion der Instrumente kann wahlweise im Instrumenten- oder Ultraschallbad (in geschlossenem Zustand) oder im Thermodesinfektor (in geöffnetem Zustand) erfolgen. Letzteres ist mit vielen am Markt befindlichen Ständern gar nicht möglich, da sie aus eloxiertem Aluminium bestehen. Für die Sterilisation im Autoklav sind die Komet-Ständer natürlich ebenfalls geeignet. Die Instrumentenständer aus Edelstahl sind mit Silikonstopfen ausgestattet. Diese dienen der Aufnahme von FG- und Winkelstückinstrumenten. Sie bieten den Instrumenten einen sicheren Halt. Die Instrumente können nicht herausfallen, selbst wenn das Tray einmal nicht exakt waagerecht aufgestellt ist. Bei der Auswahl der Instrumentenständergröße gibt es einen klaren Trend: Während früher auf großen Instrumentenständern 30 und mehr Instrumente Platz fanden und allesamt vor dem Patienten ausgebreitet wurden, ist in den Praxen zunehmende Übersichtlichkeit angesagt. Zudem beschreibt die aktuelle RKI-Empfehlung, dass alles vor dem Patienten Ausgepackte wieder aufbereitet werden muss, da möglicherweise Aerosol-belastet. Auf diese Empfehlung hin hat Komet sein Produktportfolio erweitert. Ein großes Angebot an Instrumentenständer erlaubt nun ein vernünftiges Abwägen zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit: groß, klein, hoch, tief, für die Prophylaxe, die Endodontie, für Schallspitzen und vieles mehr.

Welche Schlüsselrolle sollte das Qualitätsmanagement-Handbuch einer Praxis in Hygienefragen spielen?

Alle Abläufe in der Hygiene – im Speziellen bei der Aufbereitung – Arbeitsanweisungen, Checklisten, Freigabebestätigungen, Risikoeinstufungen und Hygienepläne müssen im Qualitätsmanagement-Handbuch der Praxis hinterlegt sein. Wenn es im Falle einer Begehung zu Fragen zum konkreten Instrumenteneinsatz kommt, bietet Komet einen zusätzlichen Service: Die maximale beziehungsweise optimale Drehzahl und gezielte Indikation der Instrumente sind auf die Verpackungsetiketten gedruckt. Tiefer gehende Fragen sind online zu jedem Instrument unter www.kometdental.de zusammengefasst. Darauf kann man dann gerne verweisen.

Vielen Dank für das Gespräch.

INFORMATION
Komet Dental
Gebr. Brasseler GmbH & Co KG
Ralf Danger
Trophagener Weg 25
32657 Lemgo
Tel.: 05261 701-700
ralfdanger@kometdental.de
www.kometdental.de
 

Hierbei handelt es sich um eine Zweitveröffentlichung.
Erstveröffentlichung: ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis – 12/2018



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