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18. Februar 2020, Dorothee Holsten

Keramikgerechte Präparation: das große Aha!

Keramikgerechte Präparation: das große Aha!

Frau Meier, wie erleben Sie als Produktmanagerin den Erklärungsbedarf unter Zahnärzten, wenn es um keramikgerechte Präparationen geht?

Das erste Mal spürte ich die Welle der Nachfrage, als Komet Dental die Expertensets für Keramikinlays und -teilkronen (4562/ST) bzw. Keramikkronen (4573/ST) auf den Markt brachte. Darauf reagierten wir 2013 mit dem Vollkeramik-Kompass. Mit diesem praktischen Ringbuch hat der Zahnarzt alle Präparations- und Bearbeitungsregeln für Keramik schnell zur Hand. Über die Jahre integrierten wir darin sukzessive unsere weiteren Innovationen, unter anderem das Okklusionsonlay-Set 4665/ST und den Kronentrenner Jack für vollkeramische Restaurationen.

Die Nachfrage nach dem Vollkeramik-Kompass ist bis heute ungebrochen. Gekoppelt mit Fachberichten und Fortbildungsveranstaltungen war und ist das schon eine sehr gute Basis für alle, die mehr zu keramikgerechter Präparation wissen möchten. Um dem großen Erklärungsbedarf aber noch professioneller zu begegnen, bieten wir dem Zahnarzt nun digitale Themenwelten an, die noch weiter ausholen.

Antje Meier Produktmanagerin für die Konservierende Zahnheilkunde
Antje Meier ist Produktmanagerin bei Komet.

Was verstehen Sie unter einer „Themenwelt“?

Wir spüren, dass Zahnärzte verstärkt nach Anwendungslösungen suchen. Nicht das Produkt, sondern die Anwendung steht bei unseren digitalen Themenwelten im Fokus. In der Themenwelt „Vollkeramik & CAD/CAM“ bündeln wir alle Informationen und Services rund um diesen Anwendungsbereich. Wir haben das komplexe Thema keramikgerechte Präparation so heruntergebrochen, dass es nun autodidaktisch für den Zahnarzt viel leichter zu erlernen und umzusetzen ist.

Er wird sich im konkreten Fall ja immer eingangs fragen: Wie gehe ich bei dieser Indikation keramikkonform vor und – erst im nächsten Schritt – welche Instrumente helfen mir dabei? Deshalb holen wir ihn bei der jeweiligen Indikation ab (zum Beispiel Veneers, Okklusionsonlays, Inlays/Teilkronen oder klassische Kronen).

Unter der Rubrik „Veneers“ sind zum Beispiel der Veneer-Kompass und die PVP-Broschüre Dreh- und Angelpunkt für das korrekte Instrumentieren. Aber auch das Thema der Abrechnung wird aufgegriffen. Die Fragen zur korrekten Präparationstechnik sind mit Videos, vielfältigen Fachinformationen und Literaturhinweisen hinterlegt. Er muss nicht mehr suchen. Anstelle „reiner Bohrerabbildungen“ stehen klinische und indikationsbezogen Darstellungen. So holen wir den Zahnarzt in seinen Alltagssituationen ab und erleichtern ihm deutlich den Weg zur optimalen Präparation.

Unser konische Tiefenmarkierer 868BP
Der konische Tiefenmarkierer mit Führungsstift (868BP) begrenzt die Eindringtiefe selbst bei zu steiler Positionierung.

Kommen wir nun zum Komet-Highlight auf der IDS, dem PVP-Set. Bitte vervollständigen Sie den Satz: Das PVP-Set ist …

… ein wunderbares Hilfsmittel, um die für viele Zahnärzte noch neue Veneertechnik korrekt umzusetzen, und zwar an allen Schneide- und Eckzähnen in Ober- und Unterkiefer. Wir geben dabei nicht nur intelligentes Instrumentarium an die Hand, sondern haben es parallel in eine digitale Informationslandschaft eingebettet. Dort gibt es jede Menge „Aha“-Effekte. Damit machen wir den Weg frei, damit sich das Veneer als echte Alternative zur Krone etablieren kann und künftig nicht nur als rein ästhetische Restauration gesehen wird.

Abtrag wird von unserem 868 vorgenommen Finitur erfolgt durch formgleichen Finierer 8868
Nach Farbmarkierung der Rillen wird mit einem formgleichen Instrument (868) der Abtrag vorgenommen. Anschließend erfolgt die Finitur mit dem formgleichen Finierer (8868).   Bei klassischen Veneers (0,4 mm Stärke) eignen sich bei der Präparation der Labialflächen Instrumente mit einem Führungsstift. Sie unterstützen das kontrollierte Arbeiten.

Erlauben Sie uns einen Blick hinter die Kulissen und beschreiben Sie bitte Ihre Zusammenarbeit mit den Erfindern des PVP-Sets Priv.-Dozent Dr. M. Oliver Ahlers und Prof. Dr. Daniel Edelhoff!

Priv.-Dozent Dr. M. Oliver Ahlers und Prof. Dr. Daniel Edelhoff sind zwei sehr namhafte, aktive Zahnärzte und Referenten – und deshalb viel gefragt. Umso mehr freut es uns, dass sie bereits vor zwei Jahren das Okklusionsonlay-Set mit uns entwickelt haben und jetzt das PVP-Set. Ein großes Thema in der Entwicklungsphase des PVP-Sets war die Zeit. Zwischen der Idee und der Markteinführung auf der IDS lagen nur neun Monate.

Die große geistige und technische Herausforderung war es, die Präparation unterschiedlicher Veneers (rein labiale, aber auch erweiterte) aller Frontzähne in einem einzigen Set zusammenzufassen. Alles soll damit möglich sein: Vom kleinen unteren Schneidezahn bis zum oberen, palatinalen Funktionsveneer an einem Eckzahn.

Und wie haben Sie es schließlich geschafft auf so wenig Platz, Tiefenmarkierer, Formschleifer und Finierer zu kombinieren?

Wir haben versucht, den gesamten Platz, den uns das Set bietet, mit Informationen zu füllen. So findet der Zahnarzt am Set-Rand und direkt unter den Instrumenten grafische Illustrationen zu den einzelnen Veneerarten ...

… und daraus ist dann die korrekte Instrumentenabfolge nachvollziehbar?

Ja, das Set ist ganz klar strukturiert. Ein QR-Code auf dem Set verlinkt außerdem in die digitale Themenwelt „Vollkeramik & CAD/CAM“. Genauer gesagt, direkt in den Bereich der Veneers. Auch dort haben wir uns wieder komplett in die Alltagssituation des Zahnarztes hineinversetzt. Der muss sich nur noch die Fragen stellen: An welchem Zahn will ich das Veneer setzen? Und wie groß soll es werden (labial oder erweitert, also schließt es die Approximalflächen mit ein)? Wenn er diese zwei Fragen beantwortet hat, zeigt ihm der Veneer-Kompass den korrekten Pfad für die drei weiteren, folgerichtigen Instrumente auf, also für die Tiefenmarkierung, Präparation und Finitur. Figur, Schaft, Größe – alles ist dabei berücksichtigt.

Ein Blick auf den Veneer-Kompass in der PVP-Broschüre ist ebenfalls möglich, wenn man lieber mit Printmedien arbeitet. Aber die digitale Themenwelt bietet so viel mehr und ist einfach sehr anwenderfreundlich. Alles ist verlinkt. Man muss nicht einzelne Informationen zusammensuchen. Also am besten dem QR-Code folgen!

Unser PVP-Veneer Set
Das Perfect Veneer Preparations Set 4686/ST: Gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Ahlers und Prof. Dr. Edelhoff entwickelte Komet das Perfect Veneer Preparations Set 4686/ST (PVP-Set). Zehn Instrumente –formkongruent von der Tiefenmarkierung bis zur Finitur – decken sämtliche Formen von Frontzahnveneers ab. Sie respektieren die labialen Veneers mit unterschiedlichen Umfassungen bzw. Präparationsgeometrien ebenso wie Funktionsveneers an den Palatinalflächen der Eckzähne. Im Mittelpunkt stehen die Tiefenmarkierer mit unbelegtem Führungsstift. Sie verhindern ein unbeabsichtigtes, zu tiefes Eindringen, selbst bei zu steiler Positionierung des Instrumentes.

Welches Instrument im PVP-Set ist in Ihren Augen besonders bemerkenswert?

Der Tiefenmarkierer 868BP. Er ist das einzige Instrument im PVP-Set, das neu entwickelt wurde. Ein bestehendes Instrument (868B) wurde optimiert, um noch mehr Sicherheit bei der Anwendung zu bieten. Die Tiefenmarkierung wird in den Praxen ja ganz unterschiedlich gehandhabt. Wer im Zahn gleichzeitig drei Rillen mit festgelegter Tiefe erzielen möchte, kann nun zum 868BP greifen. Die konische Form und der unbelegte Führungsstift („Pin“) an der Instrumentenspitze verhindern ein zu tiefes Eindringen ins Dentin, egal wie steil das Instrument angesetzt wird. Das „P“ in der Figurnummer 868BP steht übrigens für den Pin.

Außerdem ist die Eindringtiefe auf den Schaft gelasert, auch das ein Novum. Damit unterstützt der Tiefenmarkierer 868BP maßgeblich das minimalinvasive Prinzip und gleichzeitig die Langlebigkeit von Veneers. Denn die Haltbarkeit dieser Restaurationen hängt entscheidend davon ab, ob die Präparation wesentlich im Schmelz erfolgt.

Welchen Respons erlebten Sie auf der IDS auf das PVP-Set?

An der Demotheke konnte ich anhand zwei übergroßer Zahnmodelle den Besuchern sehr schön aufzeigen, wie groß der Unterschied der Invasivität nach Kronen- bzw. Veneerpräpara- tion ist. Dabei war es mir wichtig, den Zahnärzten folgende Gedankenanstöße mit auf den Weg zu geben: Veneers können in vielen Fällen eine echte Alternative zur Krone sein. Viele Anwender sollte sich einmal kritisch fragen: Warum mache ich eigentlich ausschließlich Kronen? Veneers sind nicht nur für ästhetische Zwecke indiziert, sondern auch bei Erosionen bzw. Abrasionen im Front- und im Seitenzahnbereich.

Unsere Instrumente sind dabei nur das Mittel zum Zweck, dargereicht mit der perfekten Rezeptur. Und wer das verstanden hat, besucht unsere digitale Themenwelt, setzt sich mit dem Thema auseinander und etabliert die Veneertechnik vielleicht auch in seiner Praxis. Insofern konnte ich erkennen, dass bereits auf der IDS ganz viele Zahnärzte den großen Aha-Effekt hatten!
 

 
Themenwelt zu Vollkeramik & CAD/CAM

Lässt einfach mehr Substanz. Okklusionsonlays für die minimalinvasive Table-Top Präparation.

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Zweitveröffentlichung: ZWP 04/2019

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