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17. Juli 2018, Axel Mühlhäuser

Mit Gold Grenzen überwinden – eine  filigrane Teleskopversorgung Teil 3/3

Mit Gold Grenzen überwinden – eine filigrane Teleskopversorgung Teil 3/3

In Teil 2 wurde eingehend auf die Herstellung der Sekundärteile mit Modellgussretentionen eingegangen. Zudem auf die Vorbereitungen zur Einprobe, diese selbst und die Fertigstellung der Kunststoffsättel. In der aktuellen Ausgabe sind das Ausar­beiten, Verblenden und die Politur bis zur Fertigstellung im Fokus. Zudem wird auf Hintergründe und Materialien näher eingegangen.

Ausarbeitung der Sättel

Das eigentliche Ausarbeiten erfolgt bei abgehobener Prothese. Sehr effizient gelingt dies mit den H251ACR und H251EQ-Dualfräsern (Abb. 1). Die ACR-Serie (orange) ist speziell für den Grobabtrag bei Prothesenkunststoffen konzipiert und bringt trotz hoher Abtragsleistung ein gutes Schnittbild. Wir verwenden diese z. B. beim Einkürzen der Ränder (Abb. 2).

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Abb. 1: Ein starkes Duo.


Mit dem EQ- Dualfräser (pink) wird lästiger und zeitintensiver Werkzeugwechsel deutlich gemindert: Die feine, aber schnittfreudige Verzahnung an der Spitze ist für Arbeiten am Zahnfleischsaum vorgesehen, der hintere Bereich für die gröberen Arbeiten wie z. B. Pressfahnen und Ausdünnen der Prothesenränder. Im Palatinalbereich ist beim Ausarbeiten besonders auf eine zungenfreundliche Ausführung Wert zu legen. Nachdem sämtliche Bereiche ausgearbeitet sind, schmirgeln wir die Oberfläche (Abb. 3), die Politur erfolgt jedoch erst nach dem Verblenden.

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Abb. 2: Die Grobbearbeitung. Abb. 3: Sättel nach dem Schmirgeln.
 

Kompositverblendungen

Vor dem Verblenden sind nochmals sämtliche Gerüstanteile sorgfältig zu kontrollieren. Die Retentionsperlen müssen auf den reinen Unterschnitt reduziert sein, punktuell kann auch, wie im Rand- und Interdentalbereich, gänzlich auf Retentionsperlen verzichtet werden. Um die Goldanteile beim Sandstrahlen zu schützen, sollten diese mit einem Silikonschutzlack abgedeckt werden. Sodann wird mit Aluminiumoxid 50 –120 µ bei rund 2 bar Druck gestrahlt (Abb. 4). Verbliebene Strahlmittel sind mittels Druckluft und einem feinen Pinsel zu entfernen, keinesfalls darf das Gerüst nach dem Strahlen abgedampft werden. Folgend wird nach Herstellerangabe der Metallprimer aufgebracht. Hierbei ist auf einen gleichmäßigen Auftrag zu achten, eine Pfützenbildung ist zu vermeiden.

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Abb. 4: Verblendflächen nach dem Abstrahlen. Abb. 5: Der Haftvermittler ist aufgebracht.
 


Als visuelle Kontrolle dient die gleichmäßige Dunkelfärbung des Gerüstes (Abb. 5). Beim folgenden Opakerauftrag ist die erste Schicht für den Haftverbund besonders wichtig. Diese sollte keinesfalls deckend, sondern entsprechend eines Washopakerauftrages in der Keramik erfolgen (Abb. 6). Um eine gleichmäßige Farbwirkung sicherzustellen, müssen nach dem Zwischenhärten des Opakers mittels Licht nunmehr die „Leichtbauöffnungen“ mit einer hellen Dentinmasse verschlossen bzw. idealisiert werden (Abb. 7). Es ist zu beachten, dass die maximale Schichtstärke für die sichere Lichtdurchhärtung nicht überschritten wird, ggf. sind Zwischenpolymerisationen vorzunehmen.

Abb. 6: "Washopakerauftrag" ist erfolgt. Abb. 7: Idealisieren der Leichtbauaussparungen.


Anschließend erfolgt schrittweise der deckende Opakerauftrag, hierbei ist jede Einzelschicht mit einer geeigneten Lichtquelle (z. B. dem Optilux, Demi LED, Kerr) mindestens 40 Sekunden gewissenhaft auszuhärten. Bei den Rand- und Interdentalbereichen empfiehlt es sich, eine dunklere Opakermasse zu verwenden oder den Opaker mit dem im Set vorhandenen Zervikalintensiv entsprechend abzutönen (Abb. 8). Im vorliegenden Fall erfolgte nur eine leichte Abtönung, keinesfalls sollte ein stark abgegrenzter Halsbereich bestehen.

Abschließend erfolgt eine Zwischenhärtung auf dem Modell mit dem Kerr Curing Unit für 10 Minuten bei 140 Grad (ohne Schutzgas), um bereits in diesem Stadium eine sichere Tiefendurchhärtung zu gewährleisten und eine mögliche Schlierenbildung beim Schichten völlig auszuschließen. Keinesfalls darf dies unter Stickstoffatmosphäre geschehen, da ansonsten die für den weiteren Haftverbund notwendige Dispersionsschicht zerstört würde. Gleichfalls würde eine längere Polymerisationszeit als 10 Minuten die Dispersionsschicht schädigen.

Abb. 8: Das finale Opakern. Abb. 9: Die fertige Dentinschichtung bukkal.



Soweit das Gerüst abgekühlt ist, kann mit der eigentlichen Schichtung begonnen werden. Aufgrund der Farbwünsche der Patientin kam keine spezielle Halsmasse zum Einsatz, d. h. im Halsbereich wurde lediglich eine minimal dunklere Dentinmasse appliziert. Nach dem Lichthärten werden die bukkalen/labialen Flächen mit Dentin geschichtet (Abb. 9). Eine laufende Kontrolle mittels Gegenbiss ist unerlässlich, um Fehlschichtungen zu verhindern. Anschließend, nach dem Zwischenhärten, werden der basale Anteil vom Brückenglied und die übrigen Lingualflächen schrittweise ergänzt (Abb. 10). Abschließend sind noch die okklusalen Anteile zu schichten (Abb. 11).

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Abb. 10: Schrittweise Ergänzung lingual. Abb. 11: Die komplette Dentinschichtung. Abb. 12: Farbliche Individualisierungen lingual...


Nach dem Zwischenhärten kann noch, je nach Erfordernissen, farblich individualisiert werden, wobei palatinal durch die zumeist geringen Platzverhältnisse ein weit lebendigeres Ergebnis erreicht wird (Abb. 12). Die im Set vorhandenen Intensivfarben lassen sich sowohl in die bestehenden Massen einmischen als auch direkt in der Maltechnik für farbliche Akzente oder Effekte verwenden. Im bukkalen Bereich hingegen ist lediglich mit hellen, freundlichen Farben individualisiert und ein leichtes Sekundärdentin imitiert (Abb. 13). Vor dem Schneidemassenauftrag ist noch unbedingt anhand vom Gegenbiss zu kontrollieren (Abb. 14).

Um bei der weiteren Schichtung Schlierenbildungen sicher zu verhindern, ist bei der Zwischenhärtung darauf zu beachten, dass die dunkleren Intensivfarben eine deutlich längere Polymerisationszeit benötigen, um eine vollständige Tiefenaushärtung zu gewährleisten. Die abschließende Schneidemassenschichtung, je nach Erfordernis auch mit unterschiedlichen Massen, erfolgt wie bei der Dentinkernschichtung zuerst nur bukkal und bezüglich der eigentlichen Zahnform etwas überkonturiert (Abb. 15).

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Abb. 13: ... und deutlich dezenter bukkal. Abb. 14: Laufende Kontrolle im Artikulator. Abb. 15: Schneidemassenauftrag bukkal.


Nach dem Zwischenhärten sind die lingualen und okklusalen Bereiche zu ergänzen. Um hier übermäßige Bissanhebungen und somit überflüssige bzw. zeitintensive Einschleifarbeiten zu verhindern, muss laufend im Artikulator kontrolliert werden; eine klar definierte Anhebung des Stützstiftes ist vorteilhaft (Abb. 16). Nunmehr kann die Lichthärtung der Schneideschichtung erfolgen. Letztendlich entscheidend für die besondere Güte des Materials ist aber die 20-minütige Vergütung bzw. Endpolymerisation im Curing Unit (Abb. 17) unter Hitze (140 Grad), Druck (5,5 bar) und Schutzgas (Stickstoffatmosphäre). Hieraus resultieren die wesentlichen Vorzüge von Premise Indirect bezüglich Härte, Polymerisationsrate und Plaqueaffinität.

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Abb. 16: Kontrolle im Gegengebiss. Abb. 17: Endhärtung und Vergütung im Curing Unit.
 

Ausarbeitung und Politur

Nach dem langsamen Abkühlen kann mit dem Ausarbeiten begonnen werden (Abb. 18). Hierbei verwenden wir nur kreuzverzahnte bzw. schneidende Fräser. Hierbei haben sich besonders die UK-Fräser von Komet, die im Übrigen auch für Keramik konzipiert sind, bewährt. Trotz hoher Abtragsleistung wird eine sehr feine Oberflächengüte erreicht. Grobe, diamantierte Fräser können die Nanofüllstoffe an der Oberfläche zertrümmern und führen zu einem erhöhten Polieraufwand bzw. schlechteren Polierergebnis mit erhöhter Plaqueaffinität.

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Abb. 18: Ausarbeiten mit kreuzverzahnten UK-Fräsern.

Zum Ausarbeiten verwenden wir Silberpuder (Abb. 19), um losgelöst von der Farbe lediglich die Form und Struktur wahrzunehmen und den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Neben der Zentrik ist beim Einschleifen besonders auch die Laterusion und Protrusion zu beachten, um Fehlbelastungen oder gar Überlastungen wirksam zu verhindern. Nunmehr kann die Endpolitur, wie gewohnt von grob nach fein, erfolgen. An der Poliereinheit mittels Bürste/ Bims, Bürste/Poliermittel und zuletzt Schwabbel/Poliermittel.

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Abb. 19: Silberpuder erleichtert die Form- und Flächenfindung.

An den Verblendflächen jedoch ist der scheinbare Glanz nicht ausreichend. Ein langfristig positives Plaqueverhalten kann nur durch die Feinpolitur unter dem Stereomikroskop erzielt werden. Mittels Robinsonbürstchen und Diamantpolierpaste lassen sich feinste Kratzer erkennen und beseitigen, auch die tiefen Stellen von Strukturierungen oder Interdentalbereiche sind so perfekt zu polieren. Die Endreinigung erfolgt mit Bürsten, Reinigungsmittel und Ultraschall. Keinesfalls aber mittels des Dampfstrahlers, da durch die Hitze die Gefahr der ober- flächlichen Schädigung der Kunststoffmatrix besteht.

Schlussbetrachtung

Nochmals zur Erinnerung die Größenverhältnisse der Primärteile (Abb. 20). Zwischenzeitlich wurde mit einem Rosenbohrer auch in die Primärteile die Retentionsmulde für einen optionalen TK-Snap-Einsatz entsprechend den Markierungen eingeschliffen.

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Abb. 20: Zur Erinnerung die Größenverhältnisse.

Von basal zeigen sich die makellosen Innenflächen der Sekundärteile und der klar definierte Übergang zu den rosa Kunststoffsätteln (Abb. 21), auch die Auflage des Brückengliedes ist mustergültig poliert. In der Detailansicht gut zu erkennen, der angegossene TK-Snap-Kasten (Abb. 22).

 
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Abb. 21: Perfekte Innenflächen. Abb. 22: Homogener Übergang Biolight zu TK-Snap-Kasten.


Auch die Verstärkungspapille Regio 43/44 ist basal perfekt poliert und putztechnisch bestmöglich gestaltet (Abb. 23).

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Abb. 23: Gut integrierte Verstärkungspapille.

In der Gesamtansicht von Frontal zeigt sich eine harmonische Gesamtgestaltung (Abb. 24), aufgrund der starken Atrophie beim Brückenglied 33 musste mit rosa Kunststoff entsprechend aufgebaut werden.

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Abb. 24: Ein idealisiertes Gesamtergebnis.

Die Front im Detail: Trotz Doppelkronen im Halsbereich filigran und natürlich, die Schichtung entsprechend dem Patientenwunsch dezent und ohne große Effekte (Abb. 25).

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Abb. 25: Detailansicht der Schichtung.

Im Schlussbiss zeigt sich eine normale Verzahnung, auch die Mitte und die Eckzahnbeziehung ist stimmig (Abb. 26). Geöffnet wird die lebendige, gleichmäßige Inzisalgestaltung ersichtlich, lediglich bei Zahn 36 konnte durch den Gegenbiss bei den bukkalen Höckern nicht ideal verfahren werden (Abb. 27).

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Abb. 26: Gute Verzahnung im Schlussbiss. Abb. 27: Harmonische Inzisalkanten.


Nur lingual erfolgte eine stärkere Farbakzentuierung, die sicher von der Patientin nicht wahrgenommen wird, aber uns Zahntechnikern Freude bereitet (Abb. 28). Beim Brückenglied 33 bestand lingual keine Veranlassung für ein rosa Kunststoffschild, die Verstärkungspapille Regio 43/44 wird von der Patientin sicher nicht als störend empfunden.

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Abb. 28: Sehr lebhaft von lingual.

Im Spiegel von lingual mit eingebrachten Primärteilen wird neben der Passung auch die zungenfreundliche, anatomische Ausformung der Sattelanteile deutlich (Abb. 29). Von Frontal zeigen sich die Goldränder von Primär- und Sekundärteilen, ein Übergang ist praktisch nicht erkennbar (Abb. 30); beachtenswert auch die basale Ausdehnung gegenüber der Gesamtform.

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Abb.: 29: Die Passung und Sattelgestaltung. Abb. 30: Randbereich zur Gesamtform.


In situ zeigt sich ein ansprechendes Ergebnis, gegenüber der Oberkieferfront ist die Farbe wunschgemäß etwas heller und weniger gelblich (Abb. 31).

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Abb. 31: In situ mit Oberkiefer.

Die Schichtung wirkt natürlich, bei den Frontzähnen sind die Goldränder nicht ersichtlich (Abb. 32).

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Abb. 32: Im Detail.

Ein entspanntes, zufriedenes Lächeln (Abb. 33).

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Abb. 33: Ein zufriedenes Lächeln.

Nachwort

In der Teleskoptechnik haben sich im letzten Jahrzehnt sowohl in der Herstellung als auch bei den Materialien neue Wege ergeben. Ob Galvano, NEM, Zirkon, PEEK etc., immer wurde ein Ersatzmaterial für die vermeidlich teuren Goldlegierungen gesucht und anscheinend gefunden. Sicherlich lassen sich mit dem einen oder anderen Material oder der Fertigungstechnik Teleskopkronen herstellen. Fakt ist aber auch, dass hierbei immer gewisse Nachteile gegenüber einer Goldlegierung in Kauf genommen werden.

Aus unserer Sicht können dies sein: das plötzliche Nachlassen der Friktion nach einigen Jahren, eine unkalkulierbare Klemmpassung, ein überhöhtes Platzangebot durch Klebestellen und Suprakonstruktion, weit erhöhte Mindestmaterialstärken, Sprung- und/oder Bruchgefahr, Zementierungsprobleme, Abplatzungen oder Sprünge bei den Verblendungen, erhöhter Abrieb durch unterschiedliche/ungeeignete Materialien etc. Fakt ist aber, dass Versorgungen in der Teleskoptechnik mit Goldlegierungen über viele Jahrzehnte problemlos bestehen können. Noch heute sehen wir im Laboralltag immer wieder sehr alte Versorgungen, die trotz verschiedener Erweiterungen nach wie vor voll funktionsfähig sind. Bezogen auf die Laufzeit dürfte der Mehrpreis für die Goldlegierung sicher nicht mehr ins Gewicht fallen. Soweit jedoch eine Versorgung mit alternativem Material vielleicht schon nach fünf bis sieben Jahren erneuert werden muss, ist dies für den Patienten doppelt teuer.

Nach wie vor entscheidend für Edelmetalllegierungen sind neben der Langlebigkeit die grazilen Ausführungsmöglichkeiten. Wie im dargestellten Fall aufgezeigt, ist im Frontbereich jeder Zehntelmillimeter für eine kosmetisch befriedigende Lösung ausschlaggebend. Mit keinem anderen Material kann bei Primärteilen derart filigran bei gleichzeitig bestmöglicher Passung gearbeitet werden. Auch die Passung Primärteil zu Sekundärteil ist neben Galvano – jedoch mit den allerseits bekannten Nachteilen – unschlagbar. Gerade die spezifischen Eigenschaften der Edelmetalllegierung sind in der Teleskoptechnik ein Garant für problemlose, langjährige Versorgungen. Bei entsprechender Ausführung mit Retentionsperlen und Haftvermittler ist der Haftverbund zur Verblendung bestmöglich.

Resümee

Gerade im Grenzbereich bei abnehmbaren Arbeiten sind Edelmetalllegierungen nach wie vor die erste Wahl. Mit keinem anderen Material lässt sich so sicher und filigran arbeiten, bei keinem anderen Material besteht eine derart lange und positive Erfahrung. Durch entsprechende Leichtbauweise und Vollverblendungen lassen sich die Materialkosten erheblich reduzieren und somit bezüglich der Kosten eine wirtschaftliche Lösung herstellen.

Materialien

Gerade bei umfangreichen Teleskop- und/oder Implantatarbeiten halten wir nach wie vor eine spezifische Goldlegierung für unverzichtbar. Mit der hochgoldhaltigen Legierung Argenco Bio Light (ARGEN Dental) haben wir die ultimative Legierung gefunden: hochgoldhaltig, palladiumfrei und speziell für den Einsatz bei höchstem Anforderungsprofil. Gerade im Teleskop-, Steg- oder Implantatbereich, gar gaumenfrei, steht der sichere Langzeiterfolg im Vordergrund. Die sattgelbe Goldfarbe wirkt extrem wertig, das E-Modul ist beeindruckend und das Handling beim Fräsen und Polieren überzeugend. Die mechanischen Werte sind ein Garant für filigrane Leichtbaukonstruktionen und eine perfekte Passung.

Mit Premise Indirect (Kerr, Vertrieb über Henry Schein) haben wir nur beste Erfahrungen. Das überschaubare Sortiment überzeugt in der Anwendung, die Farbreproduktion ist einfach und sicher. Beim Langzeitverhalten besticht das High-End-Material in Nanotechnologie mit einer enormen Polymerisationsrate von über 98 Prozent, die letztendlich ausschlaggebend für den Langzeiterfolg ist. Gegenüber reinen lichthärtenden Produkten wird die dichte, plaque- und verfärbungsresistente Oberfläche durch die Dualhärtung, d. h. die abschließende Vergütung mittels Druck, Hitze und Schutzgas, erreicht. Die zahnschmelzähnliche Härte bringt ein natürliches, schonendes Abrasionsverhalten.

Seit vielen Jahren sind wir im Teleskop- und Stegbereich erklärte Anhänger der TK-Snap- oder TK-Fric-Elemente (Sitec). Wir arbeiten die Teile jedoch nur rein prophylaktisch als sog. Schläfer ein. Dies keinesfalls aus Mangel an unserem Können, vielmehr um z. B. bei einem eventuellen Ausfall von Teleskopen langfristig eine gesicherte Friktion zu gewährleisten. Der Aufbau ist einfach, der Kosten-Nutzen-Faktor bezogen auf die Gesamtkosten einer Versorgung mehr als überzeugend. Es stehen für sämtliche Bereiche wie Edelmetall, NEM oder Titan geeignete Aufnahmekästen für die Vielzahl der Retentionseinsätze zur Verfügung. Uns liegen hierbei die TK- Snap-Elemente besonders am Herzen. Soweit hier jedoch am Primärteil aufgrund der Materialstärke keine Retentionsmulde eingeschliffen werden kann, bieten die kompatiblen TK-Fric-Einsätze genügend  Möglichkeiten.

Bei der Modellherstellung sind besonders zwei Produkte sehr hilfreich. Zum einen die SGFA-Fräser, mit denen sich selbst noch feuchte Gipsmodelle durch die spezielle Ausformung ohne Verschmieren sehr schnell bearbeiten lassen. Zum anderen die 987P Diamanttrennscheibe mit einem Durchmesser von 480 mm. Hiermit lassen sich Zahnkränze ohne Absetzen in einem Arbeitsgang trennen. Die Fräser der Komet H364RXE-Serie (Gebr. Brasseler) eignen sich besonders zum schnellen, effizienten Vorfräsen. Für die eigentlichen Fräsarbeiten ist die H364RGE- Serie unser Produkt seit vielen Jahren. Je nach Drehzahl kann eine hohe Schleifleistung oder eine relativ glatte Oberfläche erzielt werden. Beim Ausarbeiten von Goldbereichen oder Kompositverblendungen verwenden wir kreuzverzahnte Fräser der UM- bzw UK- Serie, Abtrag und Schliffbild sind vorbildlich. Das Ausarbeiten von Prothesenanteilen oder gar Totalprothesen geht bei der Verwendung der Fräser aus der der H251ACR- und H251EQ-Serie zügig und leicht von der Hand.

Beim Löffel- und Bissschablonenmaterial verarbeiten wir seit vielen Jahren C-Plast (CANDULOR). Gerade im Teleskop- oder Implantatbereich schätzen wir die äußerst geringe Verzugsneigung, auch über längere Zeit, und die einfache, sichere Anwendung. Das Aesthetic Blue Autopolymerisat (CANDULOR) besticht durch diverse Farbtöne mit und ohne Aderung. Die natürliche Farbwirkung mit semiopaker Einfärbung lässt ein natürliches Rosa erscheinen. Bei Bedarf kann jederzeit noch mit erhältlichen Intensivfarben farblich individualisiert werden.

Das Ausarbeiten unter Silberpuder ist für uns obligatorisch. Hier bevorzugen wir den Texturmarker (Benzer Dental/ Vertrieb über SW-Dental), der bei dünnen Schichtstärken gut deckt und gleichzeitig exakt zeichnet. Mit fließendem Wasser bzw. Ultraschall lässt er sich leicht und rückstandsfrei entfernen. Bei der Modellherstellung hat sich der   schnell   trocknende Stumpflack „Goldspacer“ oder „Silberspacer“ von Benzer Dental sehr bewährt.

Danksagung

Herrn Dr. Tomas Angelus und dem gesamten Praxisteam möchte ich an dieser Stelle besonders für die perfekten Unterlagen, die Hintergrundinformationen und die sehr effiziente Zusammenarbeit danken.

Information

Axel Mühlhäuser
Dentaltechnik GmbH
Ulrichstraße 35
73033 Göppingen
info@muehlhaeuser­dt.de

Zweitveröffentlichung aus ZWL 01/2017

 


 

 

 



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