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18. Juni 2019, Online Marketing

Wie wird die Digitalisierung die Dentalbranche zukünftig beeinflussen? - Teil 1/2

Wie wird die Digitalisierung die Dentalbranche zukünftig beeinflussen? - Teil 1/2

Zwei Welten verschmelzen: Über die Digitalisierung der Dentalbranche

Vor 20 Jahren wurde das erste Smartphone vorgestellt und es ist erst 10 Jahre her, als Apple das iPhone auf den Markt brachte. In dieser Zeit hat sich fast alles verändert. Wie wir einkaufen, Musik hören, arbeiten, kommunizieren: Unser Leben hat sich digitalisiert. Auch die Zahnmedizin bleibt davon nicht unberührt. Digitale Abläufe, vollautomatisierte Fertigung und die intelligente Verknüpfung von Arbeitsprozessen bestimmen oft den Alltag. Wie wird die Digitalisierung unsere Branche zukünftig beeinflussen? Was sind Trendthemen und welche Risiken gilt es zu bedenken? Wir haben zwei Experten gefragt: Dr. Andreas Keßler und ZA Marcel Reymus betreuen die digitalen Prozesse im Studienfach „Zahnmedizin“ an der Medizinischen Fakultät LMU München. Sie beschreiben Vorteile, Chancen und Risiken. Mit kritischen Anmerkungen sensibilisieren sie dafür, trotz des Veränderungsdrucks bedächtig zu agieren.

Wo stehen wir heute?

Die digitale Unterstützung am zahntechnischen Arbeitsplatz ist etablierter Standard. Zudem sind viele Bereiche in der Zahnarztpraxis digitalisiert, z. B. die Röntgentechnik, die Dokumentation oder die Endometrie. Die Vorteile, die daraus resultieren, sind hoch. Viele Arbeitsschritte werden einfacher und reproduzierbarer, manchmal sogar präziser. Dank neuer Fertigungsmöglichkeiten können innovative Materialien bearbeitet werden. Mit der digitalen Bildgebung konnten in manchen Bereichen die Strahlenexposition herabgesetzt und operative Verfahren planbarer gemacht werden. Wie in vielen Praxen und Laboren gehören an der LMU München digitales Röntgen, papierlose Dokumentation, dreidimensionale Operationsplanungen oder die CAD/CAM-gestützte Herstellung von Zahnersatz zum Tagesgeschäft. Grundsätzlich sollte die Diskussion rund um die „Digitalisierung“ aber nicht allein von blindem Fortschrittsglauben und Marketingversprechen dominiert werden. Herausforderungen stehen an!

1. Mehr und mehr verlässt man sich auf technische Verfahren, deren Algorithmen für Anwender schwer zu verstehen sind.
2. Die Datensicherheit findet leider wenig Beachtung. Sensible Patienteninformationen müssen besser geschützt werden, um Datendiebstahl oder Datenverlust zu vermeiden.
3. Die Umstellungen auf den digitalen Workflow geht mit hohen Anschaffungs- Fortbildungs- und Instandhaltungskosten einher. Durch geschlossenen Systeme, einen modularen Aufbau der Systemkomponenten und kostenpflichtigen Updates begibt man sich - je nach Anbieter - in eine Abhängigkeit.
4. Durch die halbautomatische, industrialisierte Herstellung kann das manuelle zahntechnische Können langfristig verloren gehen. Bekommen diese kritischen Aspekte genügend Beachtung, können digitale Technologien nachhaltig und erfolgreich im Sinne einer hohen Qualität eingesetzt werden.


Portraits von Dr. Andreas Kessler und ZA Marcel Reymus
Dr. Andreas Keßler   ZA Marcel Reymus

Deutschland ist in der Dentalbranche eines der digitalisiertesten Länder weltweit. Dies zeigt sich u. a. an der großen Anzahl der CAD/CAM-Systeme in Praxen, Hochschulen sowie Dentallaboren. Zudem stammen viele marktführende Hersteller und Pioniere aus dem deutschen Raum.

Wie geht’s weiter?

Der nächste Schritt des „digitalen Workflows“ wird der flächendeckende Datentransfer von der Praxis in das Labor sein. Derzeit wird von der intraoralen Aufnahme oft noch Abstand genommen, vor allem wenn keine Chairside-Behandlung geplant ist. Die flache Lernkurve mit einem anfangs hohen Zeitaufwand sowie die noch eingeschränkte Genauigkeit bei großen Scan-Arealen schrecken viele Zahnärzte ab. Zwar mögen geführte Scan-Verfahren als Voraussetzung für den standardmäßigen Einsatz interessant klingen, jedoch darf der Patient als Mensch nicht aus dem Fokus geraten.

Grundsätzlich geht die Digitalisierung mit einem hohen Investitionsvolumen einher. Inwieweit der komplette digitale Workflow schon bald standardmäßig in die Praxen Einzug hält, wird eine Kostenfrage sein. Alle diese Kosten kann ein Zahnarzt nur durch die Arbeit seiner Hände amortisieren, eingebettet in ein konservatives Abrechnungssystem, das auf Kostenneutralität, nicht aber auf die optimale Behandlung ausgerichtet ist.

Erfahren Sie hier, wie die Uni München digitale Verfahren in das universitäre Curriculum implementiert!
 

Robin Venghaus
Marketing und Kommunikation

 

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