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04. Mai 2018, Antje Meier

Okklusionsonlay versus Krone und Teilkrone Teil 3/7

Okklusionsonlay versus Krone und Teilkrone Teil 3/7

Frau Meier, wie finden die Zahnärzte die neue Technik? Welches Feedback erhalten Sie?

Meier: Wir spüren, es gibt Vorbehalte gegenüber dieser neuen Behandlungsmethode. Kann ich okklusal so dünne Schichten überhaupt verantworten? Brechen die nicht leicht durch? Einige Anwender sind verunsichert und brauchen Erklärungen, die Sicherheit geben.

Wie reagieren Sie als Hersteller?

Meier: Wir empfehlen den Anwendern, entsprechende Fortbildungen zu besuchen. Es ist erfreulich, dass Themen wie Erosion/Abrasion, Verlust der vertikalen Dimension oder allgemein das Thema vollkeramische Restaurationen aktuelle Fortbildungsthemen sind. Wer sich konkret zu Okklusionsonlays fortbilden möchte, wird sehr leicht Kurse dazu finden. Und wer sich gezielt für unser Okklusionsonlayset 4665ST und die ergänzenden Schallspitzen interessiert, den nehmen unsere Fachberater gerne an die Hand. Zudem kann unsere Okklusionsonlay-Broschüre angefordert werden, die wertvolle Informationen zu diesem neuen Behandlungskonzept bietet. Angst braucht also niemand vor der neuen Technik zu haben. Sie will nur richtig erlernt sein – samt einem neuen Vertrauen in den Werkstoff Keramik – speziell Lithiumdisilikatkeramik –und den Adhäsivverbund.

 
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Was kann schiefgehen? Gibt es zum Beispiel klare Kontraindikationen?

Edelhoff: Neben den üblichen auch für andere vollkeramische Restaurationen geltenden Kontraindikationen sollte das Weiterbestehen biokorrosiver Einflüsse ausgeschlossen sein, da durch ein Okklusionsonlay erhebliche Anteile der natürlichen Zahnhartsubstanz ungeschützt bleiben.

Ahlers: Das heißt Vermeidung übermäßigen Genusses saurer Nahrung, vor allem saurer Flüssigkeiten. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, den ganzen Tag Softdrinks (oder Zitronensaft) mit einem pH-Wert von 2–3 zu trinken. Kontraindikationen sind zudem fortbestehende Bulimie sowie gastroösophagealer Reflux. In diesen Fällen sind dann eher Vollkronen indiziert. Kontraindikationen für jede Behandlung mit adhäsiv befestigten keramischen Restaurationen sind zudem Einschränkungen in der Mundhygiene, weil die Kompositklebefuge empfindlich auf Säureeinflüsse reagiert.

Präparationskonzept nach Ahlers + Edelhoff

Bei der Präparation geht man typischerweise davon aus, zunächst zu entscheiden, ob ein zusätzlicher Substanz-abtrag im Kauflächenbereich erforderlich ist. In dem Fall sollte dieser mittels entsprechender Tiefmarkierer erfolgen.

Im weiteren Verlauf ist häufig in entsprechenden Fällen zunächst eine Vorpräparation erforderlich, um bei den teilweise recht zerstörten Okklusionsflächen die Grundform eines Okklusionsinlays vorzubereiten.

Danach sollte die eigentliche Formgebung erfolgen. Dafür eignen sich Instrumente besonders gut, die von der Geometrie her in einem Zug die Form der späteren Restauration vorgeben.

  Im nächsten Schritt werden dann diese Flächen mittels gleich ausgeformter Finierer geglättet. Im Bereich der orovestibulären Flächen gelingt ein kontrollierter Substanzabtrag besonders gut mit Instrumenten mit Führungsspitze. Dabei ist es hilfreich, wenn die Instrumente vom Durchmesser und von der Länge her auf die entsprechende Aufgabe abgestimmt sind.

Es folgt dann die Approximalpräparation – wenn nötig. Im Idealfall sollte die Approximalpräparation ganz entfallen. Wenn nicht, bleibt ihre Stärke auf den Zahnschmelz beschränkt. Zahnärztlich stellt dies an die Präparationskunst extrem hohe Anforderungen, denn letztlich können die Approximalräume nur mit entsprechend dünnen Separierern geöffnet werden. Studierende und Experten benutzen dabei zum Schutz des Nachbarzahns entsprechende Matrizen ...

Im darauffolgenden Schritt wird der Approximalbereich mit einem formkongruenten Finierer geglättet. Alternativ und vergleichsweise angenehmer gelingt diese Glättung und abschließende Formgebung mittels entsprechender Schallspitzen, die speziell für den Approximalbereich entwickelt wurden.

Am Schluss sind dann lediglich die Übergänge der okklusalen, orovestibulären sowie der Approximalbereiche sanft zu glätten.



Edelhoff: Die meisten Hersteller geben für LS2 und vergleichbare Glaskeramiken auch Bruxismus als Kontraindikation an. Diese Einschätzung kann ich dieser Form nicht teilen.

Ahlers: Das sehe ich auch so, denn für den Zahnarzt ist fortdauernde Bruxismusaktivität schwer einschätzbar. Allein die Existenz von Schlifffacetten beweist nicht, dass Bruxismus noch andauert. Patienten können nach Phasen starker bruxistischer Aktivität auch wieder normal „funktionieren“. Und umgekehrt kann sich Bruxismus auch nach der Eingliederung von Restaurationen entwickeln. Bruxismus als Kontraindikation anzugeben entlastet daher den Hersteller der Keramik von Risiken und verlagert diese auf den Zahnarzt. Die sachgerechte Lösung wäre es, dass die Hersteller bei Bruxismus eine eingeschränkte Indikation deklarieren und in dem Fall nicht für die Haltbarkeit haften, aber auch keine Kontraindikation aussprechen.

 

PD Dr. M. Oliver Ahlers
studierte Zahnmedizin in Hamburg und hat sich bereits 1992 auf die Funktionsdiagnostik spezialisiert, 2005 Gründung u. zahnärztliche Leitung des CMD-Centrums Hamburg-Eppendorf.
oliver.ahlers@cmd-centrum.de
 
Prof. Dr. Daniel Edelhoff
studierte Zahnheilkunde in Aachen und ist seit 2014 Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum München, seit 2016 Präsident der AG Dentale Technologie (ADT).
daniel.edelhoff@med.uni-muenchen.de
 

Übersicht "Okklusionsonlay versus Kronen und Teilkronen"

Hier finden Sie eine Übersicht der siebenteiligen Serie "Okklusionsonlay versus Kronen und Teilkronen":

Zweitveröffentlichung aus Dental Magazin 7-17
 
Weitere Infos zum Thema Okklusionsonlay finden Sie in der Broschüre.




 

Antje Meier
konservierende Zahnheilkunde | Komet Dental



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