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01. Oktober 2018, Antje Meier

Selektive Kariesexkavation mit dem PolyBur

Selektive Kariesexkavation mit dem PolyBur

Selektive Kariesexkavation mit dem PolyBur P1: aber sicher!

Sie haben bisher erfolgreich mit klassischen Rosenbohrern exkaviert und sich dabei viel Taktilität erarbeitet? Aber dann kennen Sie auch das unsichere Gefühl, wo denn der therapeutische Endpunkt nun eigentlich erreicht ist. Ihr Stopp ist rein subjektiv festgelegt. Und pulpanah schlägt der Puls ja jedes Mal höher: Jetzt bloß nicht die Pulpa eröffnen! Hier könnte der selbtlimitierende PolyBur P1 Verantwortung übernehmen, der das Prinzip der selektiven Kariesexkavation berücksichtigt.

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Selektive Kariesexkavation mit dem selbstlimitierenden PolyBur P1

Es bliebe eine demineralisierte Dentinschicht in pulpanahen Läsionen erhalten, die die Kraft zur Remineralisation besitzt. So eine selektive Kariesexkavation hinterlässt einen etwas weicheren Kavitätenboden als man es gewohnt ist. Der altehrwürdige Sondentest ist dann hinfällig. Das widerspricht auf den ersten Blick allem, was Ausbildung und Praxiserfahrung gelehrt haben. Was für ein Paradigmenwechsel für den Praktiker! Ganz zu Schweigen von der Kritik der Kollegen, die das Kariesrezidiv im Röntgenbild als Behandlungsfehler auslegen könnten. 

Selbstlimitierendes Prinzip

Zur IDS 2011 stellte Komet Dental den selbstlimitierenden PolyBur P1 vor. Die Schneiden dieses Rosenbohrers entfernen weiches, kariöses Dentin. Auf hartem, gesunden Dentin verstumpfen sie. Außerdem bietet der PolyBur in der kleinsten Größe 014 durch seinen elastischen Hals eine Andruckkontrolle. Seine klassische Indikation lautet: die weiche, pulpanahe Karies bei klinisch symptomlosen Milch- und bleibenden Zähnen.

Er wird ergänzend eingesetzt. Nachdem die peripheren Anteile mit rotierenden oder oszillierenden Instrumenten entfernt wurden, soll der PolyBur P1 abschließend die Sicherheit geben, die Pulpa nicht zu eröffnen. Im Vergleich zu Hartmetallbohrern kann er die Ausschlag gebenden 0,5 mm bis 0,7 mm schonen – was zwischen Füllungstherapie und Endo entscheidet. Selbstlimitierende Verfahren wie der PolyBur P1 liefern also einen objektiv nachweisbaren, reproduzierbaren Endpunkt.

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Polybur P1 für pulpanahes Exkavieren

Wissenschaftlich abgesichert

Prof. Karl-Heinz Kunzelmann, München, stand im Mittelpunkt der Entwicklungen, als es bei Komet Dental um die Entwicklung des PolyBur P1 ging. Kurz nach Markteinführung pflegte Komet außerdem einen Expertenzirkel mit Teilnehmern diverser Hochschulen für den wissenschaftlichen Austausch. Seitdem wurden zahlreiche Fachberichte und Studien umgesetzt. z.B.:

Prof. Kunzelmann 
RoundTable-Bericht
Experten-Zirkel aus dem Dental Magazin

Inzwischen ist der PolyBur P1 Bestandteil der studentischen Ausbildung an diversen Universitäten. Auch niedergelassene Zahnärzte bekennen sich zur selektiven Kariesexkavation z.B: 

Dres. Käfferbitz
Dr. Aschenbrenner
Dr. Ladewig 
Dr. Munack und Prof. Frankenberger
Herr Lars Decker
Dr. Dortmann


Befürworter bekommen spätestens seit der Wissenschaftlichen Mitteilung „Aktuelle Empfehlungen zur Kariesexkavation“ der DGZ (Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, 2017; 72(6)) Rückendeckung. Darin wird bei vitalen Zähnen der permanenten Dentition ohne klinische und radiologische Symptome einer irreversiblen Pulpitis oder einer apikalen Parodontitis folgendes empfohlen: In der Peripherie der Kavität sollte bakteriell besiedeltes und erweichtes Dentin vollständig entfernt werden.

In pulpanahen Bereich sollte auf eine vollständige Entfernung sämtlich kariös veränderten Dentins verzichtet werden. Dies geschieht mit dem Ziel, die Pulpa möglichst nicht zu exponieren. Eine sorgfältig durchgeführte, selektive Kariesexkavation gilt laut DGZ heute als das zu bevorzugende Exkavationskonzept bei tiefer, pulpanaher Ausdehnung der Dentinkaries. Diese Mitteilung bekräftigt den Paradigmenwechsel in der Kariestherapie und gibt Sicherheit bei der selektiven Exkavation.

CAVI_110210_04_P1_701-(1).pngSicherheit bei der selektiven Exkavation dank des PolyBur P1

Ressentiments durch Kollegen

Bedenkenträger gab es für diese neue Art der Kariesexkavation einige. Mit der neuen Wissenschaftlichen Mitteilung der DGZ wird das Blatt jedoch gewendet.  Nun könnte derjenige ein Problem bekommen, der NICHT gemäß dieser Empfehlung arbeitet. Die selektive Exkavation reduziert das Risiko einer Pulpaexposition erheblich und ist nach derzeitigem Kenntnisstand zu empfehlen, wenn ein weitgehend bakteriendichter Verschluss gewährleistet ist.

Aber: Der Patienten muss im Vorfeld immer über die selektive Kariesexkavation aufgeklärt und dies auch dokumentieren werden. Der Aufwand für die Anwendung des PolyBur P1 ist sehr gering, der Gewinn für den Patienten enorm.



 
Exkavieren - aber sicher!

Selektive Kariesexkavation mit dem selbstlimitierenden PolyBur P1

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Antje Meier
konservierende Zahnheilkunde | Komet Dental

 


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