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24. Oktober 2018, Dorothee Holsten

Zu beiderseitigem Vorteil: die Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen

Zu beiderseitigem Vorteil: die Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf macht seit vielen Jahren wissenschaftliche Untersuchungen auch mit Produkten der Firma Komet. Über die jüngsten Endo-Entwicklungen kann OA Dr. Lemke, UKE Hamburg, im Gespräch mit Dorothee Holsten berichten. Eine Universität kann nichts produzieren, die Industrie wiederum muss sich wissenschaftlich absichern. Für konkrete Forschungsaufgaben treten beide Seiten regelmäßig in Kontakt, allerdings ohne zu dicht miteinander verwoben zu sein.

Dorothee Holsten: Auf der Internetseite Ihrer Abteilung wird die Endodontie als „letzte Bastion der Zahnheilkunde“ beschrieben. Mit welcher Gewichtung sollten sich Zahnärzte also an eine Wurzelkanalbehandlung begeben?

Dr. Rüdiger Lemke: Der endodontische Eingriff ist tatsächlich eine der letzten Behandlungsoptionen zur Zahnerhaltung. Eine erfolgreiche endodontische Therapie ist die Grundlage für eine gute Langzeitprognose des erkrankten Zahnes. Beim Procedere hat das „Wie“ und das „Womit“ eine hohe Gewichtung: Technische und instrumentelle Innovationen haben dabei Einfluss auf den Behandlungserfolg und damit auf die Prognose der Behandlung.

Inwieweit können Sie die Entwicklung von Produktsortimenten mitverfolgen?

Wissenschaftlich ergeben sich immer wieder konkrete Fragestellungen, bevor die potenziellen Produkte überhaupt auf den Markt kommen. Mit der Forschungsarbeit wird die Tauglichkeit der Produkte für den späteren Behandlungsalltag verifiziert. In diesem Zusammenhang ist unsere Poliklinik seit vielen Jahren auch bei den innovativen Entwicklungen von Komet involviert. Dies gilt demzufolge auch für das verstärkte Engagement der Firma im Bereich Endodontie und das kontinuierliche Wachstum an Komet Endo-Instrumentarium.

Forschung-und-Entwicklung_Student.pngForschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit Hochschulen

Werden Sie mit Ihren Ergebnissen, Meinungen und Ideen am Firmenstandort Lemgo gehört?

Zunächst einmal stehen die Resultate der wissenschaftlichen Untersuchungen im Vordergrund. Diese Ergebnisse sind die Grundlage von fachlichen Diskussionen und der Weiterentwicklung der innovativen Gedankengänge und Produktentwicklungen. Umgekehrt gibt es aus der Wissenschaft und auch aus dem Expertenbereich der niedergelassenen Kollegenschaft immer wieder Anregungen und Überlegungen zu Produktweiterentwicklungen oder  Innovationen.

Für derartige Gedankengänge ist die Firma Komet immer aufgeschlossen und bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Prozesse entwicklungsmäßig zu unterstützen und voranzubringen. Insofern können Universität, Zahnärzteschaft und Industrie losgelöst voneinander arbeiten und bei konkreten Fragestellungen produktiv kooperieren.

Wenn Komet mit der Kampagne „Ich bin Endo“ wirbt, finden Sie dann, dass es aus Lemgo inzwischen für jede klinische Situation eine Lösung gibt?

Die moderne Endodontie zeichnet sich durch ein umfangreiches Equipment und zunehmend differenzierteres Instrumentarium aus. Insofern ist es kaum noch möglich, „Komplettanbieter“ zu sein, denn inmitten eines steten Entwicklungsprozesses und angesichts der individuellen Wünsche von Endo-Spezialisten sind die Produktoptionen nach oben immer offen. Dennoch kann man sagen, dass die Firma ein sehr breites Spektrum qualitativer Produkte für eine erfolgreiche endodontische Behandlung anbietet. Der Leiter Produktmanagement Endodontie, Marcus Haynert, sagte: „Eine solche Kampagne funktioniert nur, wenn auch die Produkte stimmen.

Welchen Anteil am Behandlungserfolg haben Endo-Instrumente grundsätzlich?

Als Behandler bin ich von Instrumenten und Maschinerie abhängig, sonst ist kein vernünftiges Arbeiten möglich – egal ob Handinstrument oder maschinelles Feilensystem. An dieser Stelle sind meiner Meinung nach zwei Aspekte wichtig: Moderne Endodontie (die maschinelle Aufbereitung, Endometrie, etc. umfasst) erfordert heute auf jeden Fall ein umfangreiches Produktsortiment. Und zweitens heißt Behandlungserfolg auch, qualitativ hochwertige Instrumente in der Hand zu halten.

Um beim Beispiel Komet zu bleiben: Die Firma hat seit jeher den Ruf, qualitativ hochwertige rotierende Schleifkörper herzustellen, und hat es geschafft, diesen Anspruch auch auf die Endodontie zu übertragen. Ungeachtet dessen zeichnet sich für den Behandlungserfolg am Schluss aber natürlich der Zahnarzt mit seinem Wissen und seinen praktischen Fähigkeiten verantwortlich.

Teamarbeit.png
Kooperation bei konkreten Fragestellungen

Können zahnärztliche Instrumente in der von manchem Behandler wenig geliebten Endo tatsächlich Sicherheit vermitteln?

Gerade für Berufseinsteiger oder Generalisten, die eher unregelmäßig endodontische Behandlungen durchführen, sind einfache effektive Behandlungsabläufe von Vorteil. Dies können aktuelle Aufbereitungssysteme tatsächlich durch Qualität, Einfachheit und Effizienz bieten. Sowohl das Handling als auch viele Vereinfachungen der Einstellungen und Kontrollmechanismen der Maschinerie helfen – bei adäquater Handhabung Behandlungskomplikationen zu vermeiden. Dies alles trägt zu mehr Behandlungssicherheit bei.

Sollte ein Hersteller deshalb in seinem Endo-Sortiment zwischen Produkten für Einsteiger und Spezialisten  unterscheiden?

Diese Unterscheidung ergibt sich häufig zwangsläufig durch unterschiedliche Behandlungsabläufe oder auch die Indikationsbreite der Behandlungen. Revisionen sowie die Folgebehandlung von Komplikationen finden überwiegend bei den  Spezialisten statt. Hierfür ist natürlich ein höherer instrumenteller   Aufwand erforderlich und auch die Behandlung mit dem OP-Mikroskop hat einen Einfluss auf das verwendete Instrumentarium.

Demzufolge ist unter Endo-Spezialisten die „Instrumenten-Wunschliste“ größer und häufig nicht auf ein System beschränkt. Es werden gerne verschiedene Systeme in Kombination und mit eigenen Sequenzen eingesetzt. Hier wahrt der Einsteiger lieber die Übersicht und „kocht nach Rezept“. Diese unterschiedlichen Bedürfnisse sollten vom Hersteller in der Produktpalette berücksichtigt werden.

Gegen Unsicherheit kann v.a. Fortbildung helfen. Aber auch Lehrangebote vom Hersteller?

Ich denke, dass beide Lernplattformen zum heutigen Spektrum der Fortbildungsmöglichkeiten gehören. Kongresse/Fortbildungen/Tagungen präsentieren wissenschaftliche Ergebnisse und geben einen Überblick bzw. zeigen Entwicklungen und Tendenzen im Bereich Endodontie auf. Für die praktische Weiterbildung, z.B. im Umgang mit Antriebssystemen, Aufbereitungstechniken, Spülprotokollen und maschinellen Feilensystemen, sind zielgerichtete Kurse, wie beispielsweise die EndoFit-Reihe von Komet, hilfreich. Die Gesamtheit der Veranstaltungen ist das Fundament der Fortbildungsangebote für die Zahnärzteschaft.

Welche Instrumente kommen im praktischen Endo-Kurs am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf zum
Einsatz?

Universitär versuchen wir stets, wissenschaftlich untersuchte, qualitativ hochwertige Produkte zu verwenden. Zur Wahrung der Ausbildungsvielfältigkeit sowie der Neutralität werden Produkte verschiedener Hersteller verwendet, u.a. auch die der Firma Komet.                   

Wir bedanken uns für das Gespräch.
 

Kontakt



 

Dr. Rüdiger Lemke
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
lemke@uke.de

 

Zweitveröffentlichung aus Dental Tribune 6/17

 


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Kommentare

07. November 2018, Zahnärzte am Lister Platz Hannover
Kommentar: Sehr schöner Beitrag darüber wie Hochschulen und Unternehmen voneinander profitieren können. Liebe Grüße Schaut doch auch mal bei uns vorbei: zahnhannover.com/zahnarzt-hannover/


 
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