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Famulaturbericht Kenia, Kisii Februar 2019

Famulaturbericht Kenia, Kisii Februar 2019

Famulaturbericht Kenia, Kisii Februar 2019

von Christian Brauchle und Nicolas Mark

Am 08.02.19 ging unser Flug von Frankfurt über Amsterdam nach Nairobi (KLM Airline), mit dabei hatten wir zwei Hartschalenkoffern im Gepäck voll mit Spendenmaterial. Erster Zwischenstopp war in Nairobi mit kurzem Sightseeing - der Nationalpark dort ist schön, aber sehr teuer als Tour und eher geeignet für Reisende mit nur wenig Zeit in Kenia, deshalb entschieden wir uns für den Besuch des Elefanten-Waisenhauses und eines Giraffencenters. Zwei Tage später flogen wir dann weiter nach Kisumu, diesmal mit der nationalen Fluggesellschaft Kenya Airways. Nach der Ankunft hatten uns die Studentin Amel (zum zweiten Mal bei Dentists for Africa tätig, aus Algerien) und der Fahrer Michael vom Flughafen abgeholt und nach Kisii zum Christa Marianne Hospital gebracht. Dort empfing uns Sister Lawrencia herzlich und wir unternahmen einen kurzen Rundgang durch das Krankenhaus und die nähere Umgebung. Schließlich luden wir unser Gepäck in dem Gästehaus direkt neben der Klinik ab, was für die nächsten Wochen unser zu Hause sein sollte.

 

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Die Behandlungseinheit in Kisii

Am nächsten Morgen lernten wir das Team der Dentalstation kennen: Davine, Jael und Sharon, sowie Oral Health Officer (einen zahnmedizinischen Abschluss wie man ihn aus Europa kennt, gibt es in Kenia nicht) und offizieller Extraktionsmeister Alex. Wir hatten genug Zeit, um das Instrumentarium und die Behandlungseinheit kennen zu lernen und begannen daraufhin die ersten Behandlungen. Da die Ausstattung in Kisii sehr umfangreich ist und meist (wenn nicht gerade ein Kompressor defekt ist) zwei Behandlungsstühle zur Verfügung stehen, können vielseitige Therapien durchgeführt werden. Der im Land teilweise sonst übliche indikationsunabhängige schnelle Griff zur Zange war damit glücklicherweise nicht so oft von Nöten. Zu unseren Tätigkeiten zählten u.a. Füllungen (Composit/GIZ), Zahnreinigungen (Ultraschall-Scaler ist vorhanden), Extraktionen und kleinere chirurgische Tätigkeiten (sogar extraoral). Die Arbeitszeiten waren dabei Montag bis Freitag von 08:00 bis 16:00 inklusive Mittagspause, um der afrikanischen Hitze zumindest kurz zu entfliehen. Um uns insbesondere am Anfang der kenianischen Durchführung verschiedener Behandlungen zu nähern, standen uns alle Mitarbeiter jederzeit helfend mit Rat und Tat zur Seite. In unserer zweiten Woche besuchten wir zusammen mit Jael, Davine und der Studentin Amel eine Schule in Kisii.

 

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Zu Besuch in einer nahegelegenen Schule

Wir bauten unser Equipment in einer kleinen Halle auf und erklärten den Schülern alles Wichtige über die Prophylaxe und Zahnreinigung. Dabei durften sie im Anschluss auch an Modellen ihr Gelerntes zeigen und bekamen gegebenenfalls Unterstützung bei der richtigen Anwendung der KAI-Methode. Daraufhin untersuchten wir die Schüler klassenweise und notierten, welche Behandlungen notwendig sind. Diese wurden in den nächsten Wochen dann in der Dentalstation durchgeführt, als die Schulklassen nach und nach zu uns kamen. Da wir über 600 Schüler untersuchen mussten, unterbrachen wir die Befundung nachmittags und beschlossen am darauffolgenden Tag den Besuch fortzusetzen. So fuhren wir am nächsten Tag wieder zur Schule und arbeiteten mit den verbliebenen Klassen. Abschließend durften wir noch eine Schulklasse in den Unterricht begleiten und machten ein gemeinsames Erinnerungsfoto.

Die nächsten Tage verbrachten wir in der Dentalstation und behandelten dort im normalen Betrieb. Der kommende Freitag startete mit Behandlungen in einem Frauengefängnis in der drittgrößten Stadt Kenias nördlich von Kisii und am Fuße des Victoriasees, Kisumu. Bereits um 06:00 Uhr fuhren wir los und nach kurzem Stopp mit Frühstück außerhalb des Stadtzentrums bauten wir dann vor Ort unsere mobile Behandlungseinheit auf. Zu den Aufgaben zählten dabei Füllungen (die Durchführung gestaltete sich ohne Absaugung, Licht und zunehmend langsamem Winkelstück - da batteriebetrieben - als ungewohnt anspruchsvoll), sowie Extraktionen. Am Ende des Tages fuhren wir beide weiter mit dem Bus ins sogenannte Rondo Retreat mitten im Kakamega Forest, dem einzigen Regenwald Kenias an der Grenze zu Uganda. Die Unterkunft hatte Sister Lawrencia für uns organisiert. Im Forest kann man lange wandern und viel gut Verstecktes entdecken (wir hatten einen Guide gebucht, das wäre dabei aber nicht zwingend notwendig gewesen) und bei einer Sunrise-Tour den Sonnenaufgang über dem Wald anschauen (hatte uns super gefallen, hierzu ist ein Guide auch wiederum sehr zu empfehlen).

 

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Sonnenaufgang im Kakamega Rainforest

Am nächsten Tag fuhren wir dann mit Bussen wieder zurück zur Dentalstation in Kisii. Neben den zahnärztlichen konnten wir auch bei kleineren chirurgischen Eingriffen zusehen und mithelfen, beispielsweise bei einer vom Motorrad (Picky-Picky) gestürzten Patientin, die auch Verletzungen an Lippe und Kinn erlitten hatte. Die Behandlungen der Kinder erwies sich in manchen Fällen als nicht ganz einfach, da hier das Anästhetikum die Angst vor dem Zahnarzt nicht linderte oder das injizieren gar nicht möglich war. Aber gemeinsam mit den anderen Team-Mitgliedern und der Unterstützung des kinderfreundlichen Augenarztes von nebenan verlief die Therapie am Ende meist dann doch erfolgreich. Einen weiteren Wochenendausflug unternahmen wir (mit Amel und Alex) zum nahegelegenen Ruma Nationalpark, welchen wir mit einem Besuch zum Victoriasee verbinden konnten. Wer zeitlich wenig flexibel ist, aber trotzdem den Anblick von Giraffen und Zebras in freier Wildbahn nicht missen will, kann das so super an einem Tag erreichen - wer jedoch mehr Zeit hat sollte sich eine Fahrt in die Masai Mara, den bekanntesten Nationalpark Kenias mit direkter Angrenzung an die weltberühmte Serengeti, nicht entgehen lassen!

Zusammen mit den anderen Mitarbeitern fuhren wir in der nächsten Woche in ein nahe gelegenes Dorf, um dort mit unserem, mittlerweile sehr gut vertrauten, Instrumentenkoffer die Bewohner zu behandeln. Unsere Aufgabe beschränkte sich hierbei indikationsbedingt auf Extraktionen. Aufgrund der geringeren medizinischen Versorgung begegneten uns vor allem im ländlichen Raum viele Erkrankungen, die in Deutschland frühzeitig therapiert oder verhindert werden. Gerade an den Augen vieler Patienten zeigt sich das am offensichtlichsten. Umso erfreulicher war es darum, dass uns der bereits erwähnte Augenarzt des Christa Marianne Hospital begleitete und im gleichen Raum mit uns befundete. An diesem Tag kamen jedoch nicht sehr viele Bewohner zu unserer aufgebauten Einheit, weswegen wir mittags bereits unsere Sachen packten und zurück ins Krankenhaus fuhren, um dort weiter zu arbeiten. Dort verbachten wir die weiteren Tage und konnten so manche Tipps und Tricks von den Mitarbeitern lernen und eigenes Gelerntes weitergeben.

 

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Der Transporter von Dentists for Africa vor Ort

Am Tag vor unserer Abreise luden die Schwestern zu einer gemeinsamen Abschiedsfeier mit Abendessen, Kuchen und Tanz ein, sodass wir die gemeinsame Zeit bei einer schönen Feier langsam ausklingen lassen konnten. Nachdem wir ihrem Konvent beiwohnen durften, ehrten sie uns zusätzlich durch Geschenke wie eine traditionelle Tracht des größten nativen Volkes Kenias, den Masai. Nach unserem letzten Arbeitstag fuhren wir mit dem Bus von Kisii über Nacht nach Mombasa ans Meer. Dort verbrachten wir das Wochenende und lernten eine etwas touristischere Region Kenias kennen. Wir fuhren anschließend mit der neu erbauten Zuglinie von Mombasa (Haltestelle Terminus, liegt außerhalb der Stadt!) durch den Tsavo Nationalpark nach Nairobi. Um von A nach B zu kommen, hatten wir uns gleich zu Beginn der Reise sehr preiswert SIM Karten von Safaricom gekauft und konnten so immer direkt Uber-Taxis rufen.

In Nairobi angekommen, starteten wir eine Kurzsafari, um die Tierwelt des Landes noch genauer vor die Linse zu bekommen. Wer Zeit und Geld für eine Safari mitbringen kann, sollte diese Chance definitiv nutzen, es ist unvergleichbar. Die Preise kennen dabei kaum Limitationen, man kann sie jedoch tatsächlich sehr geringhalten, wenn man den luxuriöseren Unterkünften aus dem Weg geht. Eine gute Übersicht von den meisten Safarianbietern findet man dabei auf der Seite safaribookings.com.

 

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Safari in der Masai Mara

Und so endete unser Kenia Aufenthalt, mit vielen tollen Eindrücken und Erfahrungen flogen wir wieder zurück (ebenfalls mit KLM über Amsterdam) ins kalte Deutschland. Wir sind sehr dankbar für die großartigen Erfahrungen, die wir machen durften und sind uns sicher, dass es nicht die letzte Famulatur für uns gewesen sein soll. Falls ihr euch ebenfalls nach Kenia hingezogen fühlt wünschen wir euch viel Spaß, Glück und tolle Begegnungen auf eurem Abenteuer. Wir können es nur wärmstens empfehlen!

Wir danken insbesondere folgenden Sponsoren, ohne die unser Einsatz so nicht möglich gewesen wäre: 7days, Bausch, Dentsply, DürrDental, Frasaco, Horico, Hu Friedy, Intensiv SA, Ivoclar Vivadent, Komet, Kulzer, Legeartis, Maimed, Nordiska, NTI, OCO-Präparate, Pluradent, Remesco, Septodont, Ultradent, VOCO

 

 

 

 

 

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