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Famulaturbericht Tonga - Februar/März 2019

Famulaturbericht Tonga - Februar/März 2019

Famulaturbericht Tonga, Februar/März 2019

von Andrietta Dossenbach, Michelle Weishaupt und Nicola Schrepf


Die Reisevorbereitungen

Unser Entschluss eine Auslandsfamulatur zu absolvieren stand bereits sehr früh in unserer Studienlaufbahn fest. Wir wollten nämlich schon während des Studiums über den Tellerrand schauen und Erfahrungen über den klinischen Behandlungskurs hinaus sammeln. Dass man mit so einer Famulatur auch etwas Gutes tun kann, kam uns auch sehr gelegen. Die Wahl für unsere Zielregion haben wir bewusst auf den südpazifischen Raum gelegt. Wir wollten ein Reiseziel, das sicher für drei allein reisende junge Frauen ist, wo es wenig Kriminalität und wenig ansteckende Krankheiten gibt. Außerdem wären wir nicht so schnell in diese Region der Welt gekommen um Urlaub zu machen. Wir haben uns also in diversen Zahnkliniken der Gegend beworben und schließlich eine Zusage für
Tonga erhalten, was insgeheim unser Favorit gewesen ist.

Die Kommunikation mit Dr. Amanaki war teilweise relativ kompliziert, da wir lange auf seine Antworten warten mussten, uns bei weitem nicht alles beantwortet wurde und die E-Mails auch oft nicht ganz verständlich formuliert waren. Doch am Ende konnten wir einen Zeitraum für unseren Aufenthalt festlegen und mit der restlichen Planung unserer Famulatur beginnen. Schnell waren die Flüge gebucht, wobei ihr eventuell über einen Layover nachdenken könnt, da die Reise ans andere Ende der Welt doch sehr lang und anstrengend ist. Das aufwendigste an der Organisation war definitiv das Zusammentragen der Spenden für die Zahnbehandlungen dort. Dafür haben wir beispielsweise auf der ID dental in München einen ganzen Tag lang alle Aussteller um Spenden gebeten. Leider sind die Firmen in ihren Möglichkeiten oft stark eingeschränkt, da sie bspw. für Ärzte ohne Grenzen oder andere Projekte regelmäßig Spenden sammeln. Daher können einem nur wenige Firmen relativ geringe Mengen an Spendenmaterialien zukommen lassen. Am Ende konnten wir dennoch 60kg an Materialien und Instrumenten nach Tonga versenden.

An dieser Stelle möchten wir all unseren Sponsoren noch einmal herzlichst für die Unterstützung danken: ivoclar vivadent, Hu-Friedy, mectron, Meisinger, Kulzer, Helmut Zepf Medizintechnik, Komet, 3M, Henry Schein, Loser & Co, Pluradent, Garrison, ReparaturService

Die Tongaer haben sich wirklich sehr über die Spenden gefreut! Wir haben unsere Spenden per Post (DHL) nach Tonga verschickt, da wir das Risiko, die Pakete bei einem der Zwischenstopps auf der Reise ans andere Ende der Welt zu verlieren, nicht eingehen wollten. Um Komplikationen mit dem Zoll zu vermeiden, haben wir jedem der Pakete eine Liste beigelegt, auf der wir genau Gesamtmenge, Zweck der Spende sowie Handels- und Herstellername vermerkt haben. Man muss pro 20kg-Paket mit etwa 100 Euro für den Versand rechnen. Wir hatten hier das große Glück, dass uns das Dentallabor Gibisch und die apoBank finanziell unter die Arme greifen konnten, wofür wir sehr dankbar sind!

 

 Ausblick.jpg
Materialspenden für die Tongaer

 

Wir möchten euch nun noch etwas mit auf den Weg geben: falls ihr euch auch dazu entschließt eure Spenden im Vorfeld nach Tonga zu versenden, solltet ihr überlegen, ob ihr nicht für jede der Inselgruppen, die ihr zu besuchen plant, ein eigenes Paket zusammenstellen könnt. Eigentlich gehen nämlich alle Spenden erst einmal auf die Hauptinsel und sollen von dort aus auf die "Outer Islands" verteilt werden. Doch an der Umsetzung dieses Konzepts mangelt es. Zudem benötigen die Zahnärzte auf den "Outer Islands" Instrumente und Materialien noch dringender als auf der Hauptinsel, da die Ausstattung dort noch dürftiger und das Arbeiten somit zusätzlich erschwert ist. Im Anhang findet ihr daher die Kontaktdaten der Ansprechperson der jeweiligen Inseln. Fragt unbedingt im Vorhinein, welche Materialien und Instrumente am dringendsten benötigt werden. Unserer Erfahrung nach sind das: Anästhesielösung, Handschuhe, Mundschutz, Materialien zur direkten Überkappung, Bonding, Ätzgel, Komposit etc. Die Verantwortlichen auf den "Outer Islands“ werden es euch wirklich von Herzen danken. Falls ihr die Materialien nicht separat verschicken könnt, solltet ihr versuchen beim Auspacken der Pakete auf Tongatapu einen Teil der Spenden für die "Outer Islands" auf die Seite zu legen.

Im Vorfeld solltet ihr euch auch auf der Website des Tropeninstitutes über nötige (Auffrischungs-) Impfungen informieren und ggf. 10 Tage vor Reisebeginn eure Reise online beim Auswärtigen Amt melden, sodass dieses in Krisensituationen Bescheid weiß. Es empfiehlt sich auch im Vorfeld die Kontaktdaten des Honorarkonsulates von Tonga rauszusuchen.

Tongatapu

Wie zuvor per Email mit Dr. Amanaki besprochen, sind wir am ersten Arbeitstag um 8:30 Uhr in der zahnmedizinischen Abteilung des Vaiola Hospitals erschienen. Nach einem kurzen Willkommen haben wir uns direkt in unsere Klinkkleidung geschmissen und wurden allen Mitarbeitern des dentalen Departments vorgestellt. Anschließend wurde uns gleich eine Box mit Assistenz zugeteilt, für die wir von da an zuständig waren. Das war am Anfang relativ ungewohnt, doch es gab immer jemanden im Hintergrund, den man um Rat bitten konnte. In kritischen Fällen lautete der Auftrag leider oft „take it out“, wobei wir es gegen Ende unseres Aufenthaltes immer öfter geschafft haben, das Okay der betreuenden Zahnärzte für den Versuch einer Endo zu erhalten.

Die Therapieansätze hier sind gerade zu Beginn gewöhnungsbedürftig und erscheinen einem fremd, doch angesichts der begrenzten Möglichkeiten sind sie dann doch die richtige Entscheidung und man kommt relativ schnell in das dortige Behandlungsschema hinein. Wir durften während der ganzen Zeit alle Behandlungen durchführen, die wir uns selbst zutrauten. So konnten wir letztlich einige Füllungen legen, Trepanationen durchführen, die bei uns im Studentenkurs nur sehr selten gemacht werden, viele Zähne ziehen und vor allem auch Kinder behandeln, wofür bei uns während des Studiums leider auch nur wenig Zeit bleibt. Wirklich überrascht hat uns der gute Zustand der Ausstattung der Zahnklinik auf der Hauptinsel. Die Instrumente sind in relativ gutem Zustand und in mehrfacher Ausführung vorhanden, doch an den meisten Verbrauchsmaterialien mangelt es.

 
Vaiola Hospital

 

Ein wichtige Aufgabe der Zahnärzte in Tonga ist auch das "Mali-Mali-Programm". Hierbei handelt es sich um ein Prophylaxe Projekt des Ministry of Health. Dafür besuchen die Zahnärzte einmal pro Woche jede tongaische Schule, um mit den Schülern auf dem Schulhof das Zähneputzen zu üben und flouridhaltige Mundspüllösung zu verteilen. Danach werden gemeinsam noch gymnastische Übungen absolviert, was immer sehr spaßig ist. Das Ganze ist sehr wichtig, da es häufig die einzige Mundhygienemaßnahme der Schüler in einer ganzen Woche darstellt. So wunderte es uns leider auch ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr, dass sowohl die Milch- als auch die bleibenden Zähne vieler Kinder oft bereits tief kariös zerstört und nicht erhaltungswürdig waren. Umso erfreulicher, dass einer der Zahnärzte auf der Hauptinsel nun dabei ist, ein Projekt ins Leben zu rufen. Er will alle Schüler der sechsten Klassen untersuchen und sie bei Bedarf zur Behandlung in die Zahnklinik schicken. Gleichzeitig klärt er die Eltern mit Hilfe von Vorträgen über die Bedeutung und Umsetzung der Mundgesundheit auf, um so das Problem von beiden Seiten her anzugehen.

 
Zähneputzen wird geübt

 

Würden wir noch einmal eine Famulatur auf Tonga absolvieren, würden wir zu Beginn zum Einarbeiten etwa eine Woche auf der Hauptinsel einplanen, was von Dr. Amanaki auch so vorgesehen ist. Dann kann man die Trips auf die verschiedenen Inseln beginnen, wobei es in Ha'apai mit Abstand am wenigsten zu tun gab und uns Vava'u und Eua überaus gut gefallen haben. Ganz am Ende würden wir noch einmal für eine Woche auf die Hauptinsel zurückkehren, denn nach der langen Zeit in den verschiedenen Zahnkliniken kann man das Gelernte hier dann nochmal richtig gut anwenden (und um einen Puffer für den Rückflug zu haben). Bedenkt auch, dass eine Voraussetzung für den Erhalt der Förderung vom DAAD (Reisekostenzuschuss) eine mindestens 30 Tage dauernde Famulatur ist.

Vava’u und Ha’apai

Die beiden größten Inselgruppen des Königreichs Tonga sind für die meisten Famulanten ein Muss auf ihrer Reise, und das völlig zu Recht. Wir entschieden uns dafür, zunächst die größere der Beiden zu besuchen und dort etwas mehr als eine Woche zu verbringen. Bei allen Inlandsflugbuchungen half uns Ofa, und wir achteten darauf, immer genug zeitlichen Puffer zwischen den Flügen zu lassen.

Über Umwege fanden wir ganz in der Nähe der Klinik auf Vava’u eine gemütliche Unterkunft, „Portwine“, die zufälligerweise von einer Mitarbeiterin des dental departments der Klinik und deren Mann geführt wurde. Am Nachmittag ging es dann schon los in die Klinik, um so viel Behandlungszeit wie möglich zu nutzen. An einem mehr oder weniger funktionstüchtigen Behandlungsstuhl führten wir konservierende Behandlungen durch, häufig Füllungen tief kariös zerstörter Zähne, die man mit einer Art Überkappung besonders bei noch jungen Patienten zu retten versuchte. Der zweite benutzbare Stuhl des Raumes war eben genau das: ein einfacher Stuhl ohne Licht oder sonstigen „Schnick-Schnack“, an dem nur Extraktionen durchgeführt werden konnten, was zugegebenermaßen ohnehin den Großteil der Behandlungen ausmachte. Zwei weitere, recht neu aussehende Behandlungsstühle, von denen man uns erzählt hatte, dass sie wie vieles Anderes von den Chinesen zur Verfügung gestellt worden waren, waren überhaupt nicht zu gebrauchen.

Während unseres Aufenthalts war eine Assistentin auf einer Fortbildung in Neuseeland, weshalb ein sehr zuvorkommender, aufmerksamer Mann mit chinesischen Wurzeln aushalf. Wir erfuhren, dass er keine Ausbildung im zahnmedizinschen Bereich hatte und eigentlich nur als Reinigungskraft angestellt war, und deshalb auch für die Arbeit, die er als Assistenz leistete, keinen Cent bekam. Er machte uns das Leben in der Klinik deutlich leichter und angenehmer und brachte uns sogar ab und zu ein paar Papayas und Kokosnüsse aus seinem Garten mit. Aber auch mit dem Rest des Teams verstanden wir uns ausgesprochen gut. So fuhr uns die Ärztin gelegentlich nach getaner Arbeit an einen Strand und wir bekamen im Rahmen des Mali Mali Programms auch eine kleine Tour über die mit dem Auto erreichbaren Teile der Insel.

 
Das Team in der Klinik

 

Mit Mali Mali besuchten wir einige der ca. 60 Schulen der Insel, verteilten Zahnbürsten, Zahnpasta und Flouridspühllösung, um den Kindern in einer 15-minütigen Übung den richtigen Umgang mit Zahnhygienemitteln näher zu bringen. Viele von ihnen waren wahnsinnig aufgeregt, wenn wir „Palangi“, wie sie uns dort nannten, aus dem klapprigen Minivan der Klinik stiegen, wollten mit uns sprechen oder unberührten um dann kichernd weg zu rennen. Auch auf der nächsten Insel, die wir besuchten, nahmen wir aktiv an dem Programm, das in dieser Form seit 1999 stattfindet und einen großen Anteil an der Verbesserung der Mundgesundheit der jungen togaischen Bevölkerung hat, teil.

 
Zahnpasta, -bürsten und Flouridspühllösungen werden verteilt

 

Natürlich durften neben all der Arbeit die Freizeitaktivitäten nicht zu kurz kommen, und so buchten wir bei Ricki im Café Tropicana eine Insel Hopping Tour mit Tauchgang, wodurch wir einen wunderschönen Einblick in die faszinierende Unterwasserwelt und einen Überblick über die vorgelagerten Lonely Islands von Vava’u bekamen. Ein bemerkenswertes Erlebnis waren auch die Nächte auf Vava’u, in denen die vielen Vierbeinigen Bewohner der Insel im wahrsten Sinne des Wortes den Ausnahmezustand auskrähten, -bellten, -miauten, -grunzten und -muhten, sodass man nicht selten das Gefühl hatte der Geräuschpegel ließe das Bett leicht vibrieren.

Auch wenn wir uns das kaum vorstellen konnten, war Ha’apai noch um einiges ruhiger und verlassener als das sowieso schon beschauliche Vava’u und das Motto „don’t worry, be Ha’apai“ wird hier sehr ernst genommen. Die einsamen Strände der Insel standen Fotos in Reisebroschüren in nichts nach und wie schon auf Vava’u war die Welt unter Wasser sogar noch beeindruckender als die darüber.

 
Strand der Insel Ha'apai

 

Die Zahnmedizinische Abteilung wurde von einer Ärztin und ihrem Helfer geführt, auch hier gab es eine Behandlungseinheit für Füllungen und einen normalen Stuhl für die Extraktionen, allerdings fehlte es gänzlich an Behandlungslampen und Klimaanlagen, und auch sonst war die Ausstattung dürftig. Auf Ha’apai erreichte die innere Ruhe und langsame Arbeitsweise der Tonganer ihren Höhepunkt, doch wir waren ja Schritt für Schritt darauf vorbereitet worden. So kam es auch mal vor dass unsere „Supervisor“, wie sie sich gerne selbst nannte, für mehrere Stunden verschwand, ohne vorher Bescheid zu sagen, und wenn keine Patienten mehr im Wartebereich vor der Türe saßen, dann wurde eben Feierabend gemacht.

Allzu viele Möglichkeiten der Unterbringung gab es auf der kleinen Insel nicht, und nachdem wir jede abgeklappert hatten, war Ha’apai Beach Resort die mit den meisten Vorteilen für unsere Bedürfnisse: gratis Fahrräder um zur 3 km entfernten Klinik zu gelangen, direkt an einem wunderschönen Strand gelegen, nette, geräumige Bungalows mit ausreichend Platz, einige Möglichkeiten für Wassersport (Verleih von Boards, Schnorchelausrüstung u.v.m.) und gutes Essen und Getränke. Der Besitzer, Mat, ein etwas gewöhnungsbedürftiger gestrandeter Neuseeländer, kümmerte sich gut um das Wohl seiner Gäste und versuchte, jedem Wusch nach zu kommen. Auf den Inseln lernten wir insbesondere, uns an verschiedenste Situationen anzupassen und uns nicht entmutigen zu lassen, wenn etwas mal nicht nach Plan lief, und hatten dadurch einige der bemerkenswertesten und schönsten Erlebnisse auf unserer Reise durch Tonga.

EUA

Ungewöhnlicher Weise flog unser Flieger eine halbe Stunde zu früh ab, was uns sehr wunderte, aber in Hapai wohl öfter vorkommen soll, da das Flugzeug nur kurz auf dem Weg von Vava’u nach Tongatapu hält (seid also pünktlich am Flughafen!!). Nach einem wunderschönen Flug und einer Taxifahrt zum Hafen von Tongatapu wurde uns leider mitgeteilt, dass die Nachmittagsfähre nach Eua ausgefallen ist und die nächste erst Montag früh abfährt (es war Samstag). Zum Glück gab es noch Tickets (wenn auch deutlich teurer als die Tickets für die Fähre gewesen wären, aber gut) für einen Flug nach Eua, den wir gerade noch erwischten. Im Endeffekt war das auch ein tolles Erlebnis da wir in einer winzigen Maschine (insgesamt 10 Sitzplätze- fun fact: die Passagiere wurden zusätzlich zu den Koffern auch gewogen) flogen und der Flug mit nur 8 Minuten Flugzeit der kürzeste Passagierflug weltweit ist. Da wir in keinen Erfahrungsberichten von Eua gelesen haben, waren wir sehr gespannt was uns alles erwarten würde.

Dort angekommen wollten wir ein Taxi zur Klinik nehmen, da es auf Eua aber keine Taxis gibt, hat uns eine einheimische Frau netterweise mitgenommen. Obwohl Dr. Amanaki versicherte, dass er unseren geplanten Aufenthalt ankündigen würde (wir hätten sogar eine Schlafmöglichkeit gehabt), wusste niemand von nichts. Letzten Endes durften wir in einem Haus gegenüber der Klink, in welchem auch die Klinkleiterin Dr. Selo Taunaholo wohnt, bleiben. Sie war wirklich super nett, offen, hat uns bei allem geholfen und sogar einen Geländewagen organisiert, um uns trotz der schlechten Straßen die Insel mit allen Sehenswürdigkeiten zeigen zu können. Da der nächste Strand nicht allzu weit weg von der Klink ist (Fußweg ca 20 Minuten), waren wir öfter dort, auch um uns die wunderschönen Sonnenuntergänge anzuschauen.

 
Ausflug mit Einheimischen

 

Montag Morgen wurde auch in der Klinik eine Andacht gehalten bei der gebetet, gesungen und die nächste Woche besprochen wurde. Arbeitstechnisch gibt es in Eua zwei Behandlungsstühle -nur einer ist mit Licht und Sauger ausgestattet, wobei der Sauger schon seit langem nicht funktioniert (Füllungen legen wurde zu einer neuen Herausforderung ;)). Einen Zahnarzt/-ärztin gibt es nicht (Dr. Taunaholo ist Humanmedizinerin), „nur“ eine Dental Therapist und eine Assistentin. Mit beiden haben wir uns sehr gut verstanden. Nach der Arbeit haben sie sogar eine Sight-Seeing Tour mit uns gemacht und selbstgemachte Leckerein („Keke“) mitgebracht. In Eua haben wir gesehen: Hafu Pool, Smoking Cave, Big Ovava Tree, Papageien von denen es nur noch sehr wenige gibt, Clifs, eine Plantage und den Hafen.

 
Die zwei Behandlungsstühle in Eua

 

Montag und Freitag wird ganztags behandelt, Dienstag bis Donnerstag findet vormittags das MaliMali Programm statt und nachmittags die Patientenbehandlung. Wie schon auf den anderen Inseln zuvor war Stress hier ein Fremdwort für die Tongaer und auch Patienten haben wir teilweise zu Kontrollen bzw. Behandlungen motivieren/ rekrutieren müssen. Wurzelkanalbehandlungen können hier nicht durchgeführt werden (es gibt auch kein Röntgen), da Dental Therapists diese nicht durchführen dürfen. Deshalb müssen die Patienten entweder für eine Endo mehrmals auf die Hauptinsel fahren oder sie lassen sich den Zahn auf Eua ziehen. Viele entscheiden sich leider für die zweite Option.

Allgemeines zu Eua: Sie ist die älteste aller Inseln (40 Mio. Jahre) und faktisch komplett naturbelassen- man kommt sich an manchen Orten so vor als wäre man in einem Regenwald. Heißes Wasser gibt es auf der gesamten Insel nicht und auch Einkaufsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Allerdings gibt es nicht weit von der Klinik zwei kleine "Chinese Shops" (ähnlich wie in Hapai) und einen Stand mit Obst, Gemüse, Bananenbrot und kleinen Snacks. Es gibt auch nur genau einen Laden auf der ganzen Insel, der die Lizenz hat Alkohol (nur Bier) zu verkaufen.

 
Strand auf Eua

 

Da wieder keine Fähre fuhr, konnten wir erst einen Tag später als geplant nach Tongatapu zurückfahren. Wir wollten noch eine andere Unterkunft ausprobieren und so buchten wir Mango B&B – was ein voller Glückstreffer war. Das Haus ist super zentral gelegen, sehr sauber und ziemlich neu ausgestattet. Es besteht aus drei relativ kleinen Zimmern (Nachteil wenn man viel Gepäck hat), mit jeweils 2 Betten und geteilter Küche, Wohn- und Badezimmer.

Die letzten beiden Tage haben wir nocheinmal in der Klinik auf Tongatapu gearbeitet. Wir haben uns sehr gefreut alle Mitarbeiter des Vaiola wieder zu sehen, was ganz auf Gegenseitigkeit beruhte. Alle waren sehr neugierig und wollten wissen wie es auf den anderen Inseln war, da die meisten noch nie gereist sind (außer nach Fidschi, da das Zahnmedizin Studium dort absolviert werden muss). Wir hatten das Gefühl die letzten Tage viel besser mit ihnen zusammen arbeiten zu können als am Anfang, da wir schon routiniert waren und einerseits wussten, welche Behandlungen möglich sind, und andererseits wie das Vorgehen/Umgehen mit Patienten gewollt ist. Die letzten Tage auf Tongatapu kamen wir uns witzigerweise wieder wie in der Zivilisation angekommen vor (anders als zu Beginn), nachdem wir uns an die Verhältnisse in Hapai und Eua gewöhnt hatten. Der Abschied viel uns sehr schwer da wir wirklich unglaubliche Erfahrungen sammeln durften.

 
Das Team des Vaiola Hospitals

 

Tipps und allg. Bemerkungen

Sprecht genau mit Dr. Amanaki ab (auch wenn es sehr schwierig sein wird), ob und wann eventuell noch andere Studenten zum Famulieren da sein werden und sprecht ggf. mit ihnen eure Route ab, da es auf den kleineren Inseln nicht viele Patienten und Behandlungsstühle gibt. Da man eine Bestätigung über die Zeit der Famulatur benötigt, erinnert Dr. Amanaki früh genug daran, sie euch auszustellen (er ist oft bei Kongressen im Ausland) und bleibt hartnäckig, falls nötig!

Zu Patienten: Eigentlich bräuchte praktisch jeder Tongaer, den man auf der Straße ansprechen würde, mindestens eine Füllung, allerdings sehen die Menschen keine Dringlichkeit darin, sich behandeln zu lassen, außer sie haben starke Schmerzen. Aufklärungstechnisch wird durch das MaliMali Programm schon einiges bewirkt. Dennoch reicht das noch lange nicht aus, um die Notwendigkeit von regelmäßigen Kontrollen und präventiven Maßnahmen darzustellen. Deshalb steht man oft vor dem Problem, dass die meisten Patienten nicht wieder kommen (obwohl man ihnen eindringlich erklärt, dass bzw. wie nötig das wäre), nachdem die Schmerzursache beseitigt wurde (meistens müssen die Zähne leider gezogen werden). Weil sie keine Schmerzen mehr haben, denken sie, alles sei wieder gut, obwohl mehrere andere Zähne auch sehr dringend behandelt werden müssten. Somit war es schwierig zu akzeptieren, sich immer nur dem „main reason why the patient is here“ zu widmen und dann zu hoffen, dass der Patient für die anderen Behandlungen wieder kommt.

Generell war es eine unglaublich tolle, lehrreiche und abenteuerliche Zeit die wir nicht missen möchten!!
Obwohl wir soviel Vorarbeit und Geld in die Reise gesteckt haben, war das jede Sekunde und jeden Cent dreimal wert. Die Menschen sind einfach unglaublich hilfsbereit, offen und liebenswürdig und viele haben die Materialspenden und den von uns betriebenen Aufwand sehr geschätzt.

 

Bei Rückfragen stehen wir euch natürlich jederzeit zur Verfügung: Michelle, Nicola und Andrietta
Andrietta-dossenbach@hotmail.com
Nicola.schrepf@gmx.de
Michelle.weishaupt@web.de

Vavau:
Alevaftakau@yahoo.co.nz

Hapai:
Vokifonua@gmail.com
S090018@student.fnu.ac.fj

Eua:
fatafehitaunaholo@gmail.com

 

 

 

 

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